Wirtshaus mit leeren Bänken.
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Seit Jahresanfang ruht der Betrieb in der Hohenlindener Sauschütt. 

Probleme mit Finanzamt

Hohenlindener Sauschütt bleibt geschlossen: Neuer Wirt muss weiter warten

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Der beliebte Ausflugsbiergarten Hohenlindener Sauschütt im Ebersberger Forst hätte eigentlich schon lange wieder offen sein sollen. Doch er bleibt weiter zu.

  • Biergarten seit Jahresanfang geschlossen.
  • Betrieb hätte schon längst starten sollen.
  • Ärger mit dem Finanzamt.

Radler, Autofahrer und Spaziergänger müssen immer noch unverrichteter Dinge abdrehen: Eigentlich hätte der Biergarten an der Hohenlindener Sauschütt schon Ende Juni eröffnen sollen. Nun ist es Anfang August – und es rührt sich nichts. Erstaunlicherweise ist derjenige, der diesen Wartezustand am gelassensten hinnimmt, der Wirt: „Ich habe in diesem Jahr gar nicht mehr mit Einnahmen gerechnet“, sagt Sebastian Brater, 46, auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Im Frühjahr sei der Ausblick angesichts der Coronakrise schließlich katastrophal gewesen.

Wirt gelassen wie ein Zen-Buddhist

Dabei hätte Brater auch jetzt noch allen Grund, sich die Haare zu raufen. Nach seiner Schilderung läuft er seit rund acht Wochen den Finanzämtern Ebersberg und Erding hinterher – auf der Jagd nach einer Steuernummer und damit der Betriebserlaubnis. „Ich könnte jederzeit mit ein bis zwei Tagen Vorlauf aufsperren“, sagt er. Personal, Behelfsküche, Lieferverträge – alles da. Mit der Gelassenheit eines Zen-Buddhisten sagt der Wirt: „Wir haben ein Riesenglück.“ Dass sich heuer überhaupt eine Eröffnung abzeichne. Dass er während der Wartezeit wenigstens keine laufenden Kosten habe. Der Wirt nimmt zwar wahr, dass sich die potenziellen Gäste, die Brauerei und der Staatsforsten-Betrieb Sorgen machen. Nervös mache ihn das aber nicht mehr. „Ich kann mich nicht zerreißen“, sagt er lapidar. Mit dem Spielplatz wachse ein attraktives Gesamtkonzept heran.

Brauerei steht hinter neuem Wirt

Schade sei nur, das ist auch aus der Ayinger Brauerei, dem Hauptpächter, zu hören, dass man keine Erfahrungen für eine Pacht über die kommenden Jahre sammeln könne. Brauereidirektor Helmut Erdmann sagt: „Der Probebetrieb wäre eine wichtige Datengrundlage für eine größere Investition.“ Die Sauschütt ist sanierungsbedürftig, momentan ist nicht einmal eine feste Küche verbaut. „Es ist deprimierend“, sagt der Brauereichef über die Verzögerung. „Aber wir stehen bis jetzt voll hinter dem Wirt.“

Warten auf zwei Finanzämter

Der hat nun nach eigener Aussage zwei Anträge laufen: Beim Finanzamt Erding für die Gründung einer GmbH. Und bei der Behörde in Ebersberg als Privatunternehmer. Sobald ein Amt den Daumen hebt, soll es mit dem Selbstbedienungsbiergarten losgehen – sofern das Wetter mitspielt, bis zum 31. Oktober. „Dann setzen wir uns zusammen und überlegen, wie wir weitermachen“, sagt Brater. Und fügt hinzu, ganz Zen-Buddhist: „Alles, was wir heuer noch mitnehmen, ist ein Bonus.“

Anfang 2020 gaben die Bayerischen Staatsforsten als Eigentümerin der Sauschütt bekannt, dass das Wirtshaus einen neuen Pächter bekommen wird.

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