Kiesabbau ist ein strittiges Thema in Hohenlinden. Für den Grund an der rot markierten Stelle liegt inzwischen eine Bauantrag der Firma Hofmann vor, gegen die die Ratsmehrheit nichts einzuwenden hatte. Eine Genehmigung durch den Landkreis fehlt noch. ez

Planlose Planung

Hohenlinden - Die jüngste Entscheidung im Gemeinderat zur Genehmigung einer weiteren Kiesgrube im Gemeindegebiet und die Kehrtwende von ÜWH und Bürgerlichen verärgert die CSU-Fraktion.

„Im vergangenen Jahr waren wir uns einig, dass der Kiesabbau in Hohenlinden völlig aus dem Ruder läuft und auf ein nachhaltiges Maß zurückgefahren werden muss. Im Dezember haben wir eine der Flächen mehrheitlich explizit aus der Planung herausgenommen, weil wir sie für so wichtig erachten, dass wir Kiesabbau dort kurz- und langfristig nicht wollen. Jetzt, nur sechs Wochen später, wird genau auf dieser Fläche eine Kiesgrube genehmigt!“, so Thomas Riedl, Zweiter Bürgermeister, in einer Pressemitteilung. Riedl weiter: „Die ÜWH/Bürgerlichen-Mehrheit im Gemeinderat hat damit gezeigt, dass man an einer ernsthaften Flächennutzungsplanung im Gemeindegebiet nicht interessiert ist. Wir werfen das laufende Verfahren über den Haufen und überplanen jetzt genau den Bereich mit einer Kiesgrube, über den jeden Tag viele Hohenlindener Bürger in unser wichtigstes Naherholungsgebiet, den Ebersberger Forst, gelangen. Diese Planung ist wirklich planlos!“

Der Gemeinderat hatte im vergangenen Jahr ein Bauleitplanungsverfahren gestartet, um Konzentrationsflächen für Kiesabbau festzulegen und eine Steuerungsmöglichkeit zu haben, wo künftig noch neue Kiesgruben entstehen dürfen. „Mit dieser unverständlichen Entscheidung geben wir das Heft postwendend wieder aus der Hand, damit ist das ganze Verfahren hinfällig. Und wir stehen wieder dort, wo wir angefangen haben - Kiesgruben dürfen an jeder Ecke entstehen, ohne dass wir wirklich Einfluss darauf nehmen können“, so Rudolf Perfler, wie Thomas Riedl Mitglied der CSU-Fraktion.

Genau dies hatte Bürgermeister Ludwig Maurer vehement bestritten. „Dazu sollte auch ein Bürgermeister ehrlich und nicht nach Gutsherrenart antworten. Es ist klar erkennbar, dass man hier ohne auf die Allgemeinheit zu schauen zum Wohle Einzelner entschieden hat.“, so Perfler weiter. „Vielleicht kann das Ganze noch durch das Straßenbauamt beendet werden, denn eine Kiesgrubenausfahrt direkt neben einer Schulbushaltestelle an einer unübersichtlichen Waldecke dürfte einiges an Gefahren hervorrufen!“

Den Vorwurf der anderen Seite, örtliche Unternehmer nicht zu unterstützen, lässt Riedl nicht gelten: „Seit Jahren diskutieren wir das Thema Kiesabbau und waren jederzeit gesprächsbereit. Genau jetzt, wo wir mitten im Verfahren standen, kommt der Abbauantrag. Ich gehe davon aus, dass es an dieser Stelle einen Dammbruch geben wird, es ist jetzt schon absehbar, dass die Fläche wohl vergrößert werden muss. Damit haben wir faktisch eine Konzentrationsfläche geschaffen, dort wo die Menschen, die in Hohenlinden leben, sie am wenigsten wollten!“ ez

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