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Das Grafinger Asylbewerberheim in der Münchner Straße, wo kürzlich Fensterscheiben eingeschlagen wurden.

Mit Holzprügel vorbeifahrende Autos demoliert

Grafing - Ein schwerer Zwischenfall hat sich am Donnerstagabend vor dem Asylbewerberheim in Grafing ereignet. Ein Bewohner der Einrichtung hat nach Augenzeugenberichten mit einem Holzprügel wahllos auf vorbeifahrende Autos eingeschlagen.

Das bestätigte die Polizeiinspektion Ebersberg am Montag erst auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung. Warum wurde die Öffentlichkeit nicht per Polizeibericht informiert? Inspektionsleiter Hendrik Polte in einer ersten Stellungnahme: „Das hielten wir nicht für erforderlich.“ Im Laufe des Montagvormittages versandte die Inspektion dann aber doch einen Bericht.

Eine Nachbarin schildert das Geschehen so: Der Asylbewerber sei mit dem Holzprügel bewaffnet auf die Hauptstraße getreten und habe auf die vorbeifahrenden Autos eingeschlagen. Dabei wurde mindestens eine Windschutzscheibe zertrümmert, es gab Beulen an den Autos, eine Seitenscheibe zersplitterte, eine Beifahrerin wurde dabei am Ellenbogen verletzt. Die Fahrer der beschädigten Autos sammelten sich anschließend auf dem Gelände der Tankstelle gegenüber. Die Polizei wurde gerufen.

In einer inoffiziellen Stellungnahme bestätigte das Landratsamt, dass der mutmaßliche Täter inzwischen in die Psychiatrie eingeliefert worden sei. „Er wurde mit dem Sanka abtransportiert“, informiert Polte. Zuvor sei der Mann fixiert worden, damit nicht er oder andere weiteren Schaden nehmen.

„Die Experten gehen davon aus, dass er dort vier bis sechs Wochen bleiben wird“, heißt es aus dem Betreuerumfeld. Der 27-Jährige komme aus dem pakistanischen Grenzgebiet in Indien und halte sich inzwischen seit zehn Jahren in Deutschland auf. Er habe bereits versucht, in seine alte Heimat zurückzukehren, erhalte von Indien aber nicht die dafür notwendigen Papiere. Sein Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Dieses Verfahren sei aber unabhängig von Straftaten, die er mutmaßlich in Deutschland schon begangen habe. Unter anderem wird gegen den Asylbewerber ermittelt wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung, nachdem er vergangene Woche mit einem Gegenstand die Fenster des Asylbewerberheimes im Erdgeschoss zertrümmert hatte.

Die Angaben über den aktuellen Vorfall sind widersprüchlich. Während die Polizei nach Durchsicht ihrer Akten von drei Geschädigten spricht, berichten Augenzeugen von mindestens sechs beschädigten Fahrzeugen.

Noch an der Tankstelle wurde von den Autobesitzern die Frage diskutiert, wer jetzt für den Schaden aufkomme. Ein Sprecher des Landratsamtes: „Die einzige Versicherung, die die Asylbewerber haben, ist die Krankenversicherung.“ Er deutete damit an, dass die Autobesitzer die Reparatur ihrer Fahrzeuge wohl selbst übernehmen müssen. (mps)

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