Die dürfen mietfrei bei uns wohnen. Irmgard Fischbach
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Besser nicht anstoßen: das Hornissennest der Fischbachs, zum Vergleich ein Bierseidel.

Reger Flugbetrieb

Riesiges Hornissennest entdeckt: Ehepaar reagiert überraschend - „Hab ich in 80 Jahren noch nie gesehen“

In einem Haus in Baldham haben die Bewohner im Dachstuhl ein riesiges Hornissen-Nest entdeckt. Das Ehepaar ist beeindruckt.

  • In Baldham hat ein Ehepaar ein riesiges Hornissennest entdeckt.
  • Das Nest befindet sich im Dachstuhl des Wohnhauses.
  • Das Paar reagierte darauf anders, als man vermutet hätte.

Baldham – „Sowas hab ich in meinen 80 Jahren noch nie gesehen, obwohl ich vom Land bin“, erzählt Josef Fischbach. Der Baldhamer ist voller Ehrfurcht: Im Dachstuhl seines Hauses haben Hornissen ein Nest gebaut, und das ist mittlerweile rund 65 cm hoch. Bemerkt haben die Fischbachs das Nest Anfang August. „Die Tiere kommen durch einen Spalt bei den Glasschindeln auf dem Dach“, erläutert Irmgard Fischbach.

Seitdem herrscht im Obergeschoss reger Flugbetrieb, den ganzen Tag über summt und brummt es, was das Ehepaar aber nicht stört, denn das Dachgeschoss wird nicht bewohnt. Irmgard Fischbach kommt allerdings jeden Tag zum Lüften herauf in die schwirrende Stube und schaut dann immer wieder staunend den Insekten zu. „Die sind ganz friedlich, ich kann hier problemlos ein- und ausgehen. Auch als ich das Nest nun mit dem Maßstab gemessen habe, haben sie mir nichts getan.“

Riesiges Hornissen-Nest in Baldham: Ehepaar bleibt ganz gelassen

Hornissen sind friedliche Tiere, solange man sie nicht stört, wie Wespen übrigens auch“, bestätigt Karin Hilpoltsteiner aus Baldham-Dorf, und ihr Mann, Imker Otto Hilpoltsteiner, berichtet: „Viele Leute rufen ganz panisch bei uns an, sobald sie ein Wespen- oder Hornissennest entdecken. Aber die Tiere stehen unter Naturschutz und werden nur in Ausnahmefällen umgesiedelt, etwa wenn Gefahr besteht, weil das Nest im Kinderzimmer ist. Aber auch dann darf die Umsiedelung nur durch Fachleute und mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde erfolgen.“

Hilpoltsteiner rät zu Gelassenheit. Da haben die Fischbachs alles richtig gemacht: „Wir haben halt jetzt Untermieter, die dürfen mietfrei bei uns wohnen“, schmunzelt Irmgard Fischbach und ihr Mann meint: „Die bleiben ja eh nur bis zum Winter.“

Video: Asiatische Hornisse in Norddeutschland bestätigt!

Hornissen-Nest in Baldham: Sobald der Winter kommt, wird es ruhiger

Auch das kann Otto Hilpoltsteiner bestätigen: „Sobald die ersten Nachtfröste einsetzen, sterben die Arbeiterinnen ab. Dafür werden im Oktober mehrere Königinnen geboren. Die suchen sich dann einen trockenen Platz in Bodennähe zum Überwintern, etwa einen Holzstoß oder dergleichen. Dort fallen sie in Winterstarre und im Frühjahr bauen sie sich ein neues Nest.“

Das besteht übrigens aus morschem Holz, das die Hornissen fressen und mit ihrem Speichel vermischen. Daraus entstehen dann so filigrane architektonische Wunderwerke wie bei Fischbachs unter dem Dach.

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Susanne Edelmann

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