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Dieser rund 100 Jahre alte Baum muss sterben. 

Im Eglhartinger Eschenweg

Baum muss sterben, weil SPD im Urlaub ist

Es ist ein sehr stattliches Exemplar, der Nussbaum im Eglhartinger Eschenweg. Mit der denkbar knappsten Mehrheit (8:7) des Gemeinderats wird ihm jetzt der Garaus gemacht.

Kirchseeon – Kirchseeon hatte einmal eine Baumschutzverordnung. Die ist längst Vergangenheit. Dafür aber gibt es eine Liste erhaltenswerter und das Ortsbild prägender Bäume, die quasi per Satzung geschützt sind. Immer wenn der Antrag eines Grundstückseigentümers auf dem Tisch liegt, einen solchen Baum fällen zu dürfen, wird der Einzelfall auch im Gemeinderat geprüft.

Jetzt kam es zur Nagelprobe. Ganz besonders ins Zeug legten sich dabei die Grünen. Oft genug hatten sie in letzter Zeit zähneknirschend zugestimmt, wenn ein solcher Schatten- und Sauerstoffspender umgesägt werden sollte. „Immer dann, wenn der Baum offenkundig im Weg stand, haben wir zugestimmt“, kam Rüdiger Za auf die Gratwanderung zwischen Fundamentalismus und Pragmatismus zu sprechen. Diesmal wollte er und seine beiden Fraktionskolleginnen nicht mitmachen. „Wir sollten zusehen, dass wir auch einmal einen schützenswerten Baum auch wirklich schützen“, appellierte die Natalie Katholing und forderte, mit einem Nein zur gewünschten Fällung „ein Signal“ zu setzen. Der Baum sei „wunderschön“, mehr als hundert Jahre alt und könne nach Auskunft des Kreisfachberaters für Pflanzenbau, Harald Käsbauer, „locker weitere 150 Jahre“ drauflegen.

Doch Katholing bezog sich nicht nur auf die bekannten weichen Argumente. Der vorliegende Fall sei geeignet, tatsächlich den Baum zu erhalten, trotz der parallel gewünschten Bebauung mit einem Doppelhaus und einer Doppelgarage für die eine Bauvoranfrage im Kirchseeoner Rathaus liegt. Das Grundstück sei groß genug, „das hat Spielräume, um auch einmal den Bau nach einem Baum auszurichten“, konstatierte Za. Da könne man das sogenannte Baufenster noch etwas hin- und herschieben, um beidem, Baum und Bau, gerecht zu werden, appellierte auch Katholing und machte ganz konkrete Situierungsvorschläge.

„Das Drehen von Baukörpern ist nicht unsere Sache“, bremste Bürgermeister Udo Ockel (CSU). Dem Gremium sei nur abverlangt, für oder gegen den Bestand des Baumes zu entscheiden. „Der Rest ist dann der Fantasie des Grundstückseigentümers überlassen, wir sehen dann schon, was für ein Bebauungsvorschlag kommt.“ Maria Wollny (CSU) pflichtete dem grünen Anliegen in einem Punkt bei. „Ja, das ist ein wunderschöner Baum“, erklärte die frühere 2. Bürgermeisterin. „Aber eben direkt neben einem Haus ist er untragbar“, lautete ihr Urteil, den alten Baum zurückzuschneiden, „das überlebt er nicht“, ihre Prognose.

Dass der Nussbaum doch weichen muss, ist der SPD zuzuschreiben. Ferienbedingt waren drei ihrer fünf Gemeinderäte entschuldigt. Nur ein Genosse mehr in der Gemeinderatssitzung hätte ein Patt bedeutet – mit dem der Antrag auf Fällung abgelehnt gewesen wäre.

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