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Trotz hoher Preise wechseln im Landkreis Ebersberg immer mehr Baugrundstücke den B esitzer. Die Nachfrage ist weiterhin ungebremst hoch.

Preise steigen weiter

Bauland wird zum Luxusgut

Bauland ist rar, die Preise entsprechend hoch: Rundgerechnet 6,5 Milliarden Euro wanderten 2016 beim Verkauf von Bauland in Bayern in die Taschen der Vorbesitzer. Grundstücksgeschäfte im Kreis Ebersberg steuerten 121 Millionen zu dieser Summe bei.

Landkreis– Der Handel mit Baugrundstücken lief besser als im letzten Jahr, als 57,5 Millionen Euro bezahlt wurden.

Verkauft wurden sowohl baureifes Land als auch Bauerwartungsland. Der Quadratmeter „baureifes Land“ kostete dabei rund 559 Euro, 57 Euro weniger als im Jahr davor. Mit diesem Durchschnittspreis gehört der Kreis Ebersberg zu den Gebieten, in denen mehr bezahlt wird als im bayerischen Durchschnitt mit 261 Euro (Vorjahr: 235 Euro).

Diese Zahlen stammen aus tatsächlichen Grundstücksgeschäften, sind also keine Werte, die beispielsweise Gutachterausschüsse ermitteln. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Schwarze Zahlungen unterm Tisch und Cash auf die Hand werden dabei nicht erfasst.

Basis dieser Statistik sind die Daten des Finanzamtes, das die echten Verkaufswerte auf Euro und Cent kennt und ans Landesamt für Statistik meldet. Damit konnte ermittelt werden, dass im Jahr 2016 exakt 20 983 baureife Grundstücke in Bayern verkauft wurden. Dazu kamen 4261 Verkaufsfälle von Bauerwartungsland, zusammen 25 244 Käufe und Verkäufe. Der Kreis Ebersberg hat daran seinen Anteil: 225 baureife Grundstücke wechselten hier den Besitzer oder die Besitzerin. Dabei kostete der Quadratmeter im Schnitt 559,45 Euro. Das waren 57,07 Euro weniger als im Jahr davor.

Nicht jede Bauland-Fläche ist baureifes Land: Die Statistiker unterscheiden vielmehr zwischen „baureifem Land“, „Rohbauland“ und „sonstigem Bauland“, das beispielsweise als Freifläche genutzt wird. Baureif heißt, dass sofort mit der Bebauung begonnen werden kann, weil die notwendige Erschließung vorhanden ist. Deshalb ist dieses Bauland auch am teuersten. Wesentlich günstiger ist das Rohbauland, weil es sich hier um Grundstücke handelt, die erst in absehbarer Zeit erschlossen werden sollen. Deswegen unterscheiden sich auch die beiden Durchschnittswerte, die das Landesamt für Statistik für Bauland im Kreis Ebersberg angibt: Bauland kostete 2016 hier im Schnitt rund 421 Euro (Vorjahr: 398 Euro), baureifes Land wie gesagt rund 559 Euro (Vorjahr: 617 Euro).

Im Einzelnen verteilten sich die Verkaufsfälle bei uns folgendermaßen: 225 Grundstücksgeschäfte wurden mit baureifen oder bebauten Grundstücken gemacht. Dafür flossen 100,65 Millionen Euro (Vorjahr: 51,12 Millionen Euro). Andere Baulandarten sorgten 2016 für 53 Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von 20,05 Millionen Euro. (Vorjahr: 31 / 6,33 Millionen Euro).

Bayernweit wurden rund 20 Millionen Quadratmeter baureifes Land verkauft, sprich eine Fläche von rund 20 Quadratkilometern. Das entspricht größenmäßig in etwa zweimal dem Großen Brombachsee oder einem Drittel des Starnberger Sees. In den vergangenen Jahren wurde stetig mehr baureifes Land verkauft: Im Jahr 2010 beispielsweise wechselten 13,2 Millionen Quadratmeter, die sofort bebaut werden konnten, die Besitzer; 2008 waren es 10,3 Millionen Quadratmeter, also rund halb so viel Fläche wie im vergangenen Jahr.

Gute Zeiten für Verkäufer: Im Jahr 1970 brachte oder kostete ein Hektar im Kreis Ebersberg beim damaligen zusammengefassten Preis für alle Baulandarten von 19,12 Euro je Quadratmeter (baureifes Land: 38,01 Euro) umgerechnet 191 200 Euro. Heute liegt der entsprechende Wert bei 4,21 Millionen Euro also dem 22-fachen. Wenn es Ackerland war, das inzwischen zu Bauland wurde, ist der Ertrag noch höher.

Von Susanne Herrmann

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