Sei Vater hatte sie vor 40 Jahren gepflanzt. Jetzt musste Anton Reiter seine Rhododendren umsägen. Foto: Stefan Rossmann

Imkerei im Moos ist Landratsamt Ebersberg ein Dorn im Auge

Kirchseeon - Für Anton Reiter ist klar. Er will die Sache ausfechten und seinen Antrag zum Bau eines neuen Bienenhauses im Kirchseeoner Moos nicht zurücknehmen. Das betonte sein Anwalt Peter Dingler nun gegenüber dem Landratsamt Ebersberg.

Der Streit um das Areal im Moos zieht sich schon über viele Jahre hin (wir berichteten). Auch vor Gericht ging er schon. Die Ergebnisse werden von den verschiedenen Seiten unterschiedlich betrachtet. Reiter fühlt sich im Recht, vor allem bei seinem geplanten Bienenhaus. Schließlich habe der Gemeinderat Kirchseeon seinem Vorhaben zugestimmt. Und auch der Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern wertete in einem Gutachten gegenüber dem Landratsamt das Vorhaben als „erforderlich, zweckmäßig und sinnvoll“, wenn man die individuelle Betriebsweise und die künftig geplanten, betrieblichen Verhältnisse beurteile. Reiter, der die Imkerei von seinem Vater übernommen hat, will seine Bienezucht nach eigenen Angaben erweitern, im künftigen Vorruhestand daraus einen Nebenerwerbsbetrieb machen. Auch seine Tochter bringe sich in den Betrieb ein. Es geht nun um den Bau eines neuen Wirtschaftsgebäudes mit einem Lagerbereich von rund 24 Quadratmetern, eines Schleuderraumes von rund 27 Quadratmetern sowie eines WCs und einer Waschgelegenheit.

Im Landratsamt ist man jedoch der Ansicht, wegen des Schutzes des Außenbereichs müssten die rechtlichen Vorgaben eng ausgelegt werden. Die dauerhafte Unterbringung von Geräten und Materialien sei für die Bienenzucht zwar vorteilhaft, aber nicht notwendig. Alles könnte auch an einem anderen Ort gelagert oder instand gehalten werden.

Reiters Anwalt Peter Dingler reagiert darauf mit Unverständnis. Es stelle sich schon die Frage, warum das Landratsamt zunächst ein Gutachten beim Fachberater für Bienezucht bestellt habe, um sich beraten zu lassen. Jetzt aber werde dieses Gutachten, das das Vorhaben Reiters praktisch in allen Belangen bestätige, nicht nur nicht berücksichtigt. Das Landratsamt widerspreche sogar diesem Gutachten in seiner Stellungnahme praktisch in allen Punkten.

„Dass genau gegenüber des Grundstücks unseres Mandanten derzeit ein veritables großzügiges Wohngebäude entsteht, und dass zwei Grundstücke weiter vom Grundstück unseres Mandanten entfernt bereits vor Jahren ein Bienenhaus mit Unterkellerung genehmigt worden ist, all das scheint keine Rolle zu spielen“, so Dingler. „Dieses Bienenhaus würde nach heutiger Rechtslage auch nicht mehr genehmigt“, erklärte dagegen die Sprecherin des Landratsamtes, Evelyn Schwaiger. Hintergrund ist, dass ein einst bestehender Bebauungsplan für das Moos inzwischen aufgehoben wurde. Nun gelten also nur noch die Vorgaben für den Außenbereich.

Reiter wartet nun auf einen förmlichen Ablehnungsbescheid des Landratsamtes. Dagegen ist dann eine Klage vor dem Verwaltungsgericht möglich. Der Streit wird wohl weiter gehen. Endgültig verloren hat Reiter jedoch im Fall von großen Rhododendren auf dem Moosgrundstück. Diese hatte vor über 40 Jahren sein inzwischen verstorbener Vater gepflanzt. Begründung der Behörde unter anderem: Es handele sich nicht um einheimische Pflanzen.

Die Anordnung wurde vom Verwaltungsgericht auch bestätigt. Reiter versuchte es mit einem „Gnadengesuch“ bei Landrat Gottlieb Fauth, jedoch ohne Erfolg. Nun hat Reiter die Rhododendren abgesägt.

Von Robert Langer

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