Priorisierung ist ausschlaggebend

Nach Impf-Aus für Hausarzt: Privatpatienten verunsichert - Corona-Koordinator trifft klare Aussage

  • Michael Acker
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Nachdem ein Hausarzt monierte, dass er seine Privatpatienten gegen Corona impfen möchte, dies aber nicht darf, ist die Verwirrung groß. Ein Corona-Koordinator klärt jetzt auf.

Landkreis - Marc Block, Ärztlicher Koordinator im Landkreis Ebersberg, sagt: „Jeder privatärztlich versicherte Bürger kann sich entsprechend seines Priorisierungsgrades impfen lassen. Wie berichtet, darf der Landshamer Hausarzt Johann Königer seine Patienten im Moment nicht gegen Covid-19 impfen, weil er, der eine privatärztliche Praxis betreibt, von den Apotheken keinen Impfstoff erhält. Block verweist auf den Bundesanzeiger, in dem Ende März Coroanvirus-Impfverordnung des Bundesministerium für Gesundheit aktualisiert worden sei. Sie beschreibe u.a. die „Leistungserbringer der Covid-Impfungen“, also diejenigen, die impfen dürfen. Diese Leistungserbringer seien Impfzentren und diesen angegliederte mobile Impf-Teams, Arztpraxen, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen und auch Arztpraxen, die nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, aber von einem Impfzentrum beauftragt wurden.

Block: „Somit kann sich jeder privatärztlich versicherte Bürger entsprechend seines Priorisierungsgrades selbstverständlich durch einen dieser Leistungserbringer kostenlos gegen Covid impfen lassen.“ Der Landshamer Königer habe hingegen eine rein privat-ärztlich geführte Arztpraxis, die offenbar nicht mit der Impfung von den obersten Landesgesundheitsbehörden bzw. den von ihnen bestimmten Stellen beauftragt worden sei.

Corona-Koordinator Block: Kein Anlass zur Sorge für Privatpatienten

Somit sieht Koordinator Block keinen Anlass zur Sorge, „dass ein (Privat-)Patient, dem das Recht auf eine Covid-Impfung gemäß der Priorisierung zusteht, eine entsprechende Impfung nicht erhalten kann, nur weil er bei einem Arzt in Behandlung ist, der ausschließlich privat versicherte Patienten behandelt.“

Impfen auch in Hausarztpraxen: Großer Erfolg der Interessenvertretungen

Es sei stattdessen ein großer Erfolg der Interessensvertretungen der niedergelassenen Ärzte, dass neben der hervorragenden Arbeit der Impfzentren Haus- und Fachärzte nach den Osterfeiertagen mit den Impfungen beginnen könnten, schreibt Block.

Dem weiterhin vorliegenden Mangel an Impfstoff und der durch die Einschränkung der Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffes verschärften Situation sei es geschuldet, dass das Impf-Tempo im Vergleich zu anderen Ländern noch deutlich steigerungsfähig ist. Der Blick auf umliegende Landkreise beziehungsweise auch andere Bundesländer zeigt in den Augen des Ebersbergers jedoch erfreulicherweise, dass der Landkreis Ebersberg seine Hausaufgaben im Kampf gegen Corona ernst nimmt und so gut als möglich bewältigt.

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Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt

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