Internet mit schneller Verlängerung

Grafing - Die Besucher von auswärts sollen schneller zu den Geschäften der Stadt finden: Deshalb hat Grafing für das Internet-Terminal am Marktplatz kostenlos den Platz zur Verfügung gestellt. Kritik gibt es jetzt aber trotzdem.

Heinrich Hölzle, Vorsitzender des Grafinger Gewerbeverbandes, macht mit seinem Getränkemarkt in der Griesstraße nicht mehr mit. "Ich hab' den Vertrag gekündigt. Ich hatte keinen einzigen Kunden mehr deswegen", sagt er. In dem InfoPoint können sich örtliche Firmen präsentieren. Einen Zugang zum Internet gibt es auch. Jugendgefährdende Seiten können nicht aufgerufen werden.

Die Kritik Grafinger Geschäftskunden zielt darauf ab, dass sie zum Teil bereits zwei Jahre vor Ablauf des Vertrags von der betreibenden Firma schon um eine Verlängerung angegangen werden. "Meine Frau hat das Geld sogar schon überwiesen, aber das habe ich dann aber auf meinen Protest hin zurückbekommen", ärgert sich der Grafinger Schmuckhändler Michael Kiau. "Den gleichen Zinnober gab es bei uns", bestätigt Udo Ockel, der Bürgermeister von Kirchseeon, in dessen Gemeinde ebenfalls ein Info-Terminal steht. "Genutzt wird das schon, vor allem von jungen Leuten" berichtet Ockel. Aber kaum sei das Terminal errichtet worden, seien die Firman schon um eine Verlängerung nachgefragt worden.

Markus Weißmüller von der Grafinger Verwaltung bestätigte auf Anfrage der Ebersberger Zeitung, dass es in dieser Angelegenheit eine offizielle Anfrage an die Freilassinger Firma gegeben habe. "Die haben uns geantwortet, die Firmen sollten sich direkt an sie wenden." Auch in der Gemeinde Vaterstetten steht den Bürgern ein solches Internet-Terminal zur Verfügung. Kritik am Betreiber der Info-Plattform gibt es dort nicht. "Mir ist davon jedenfalls nichts bekannt", sagt Felix Judt von der Verwaltung.

Heinrich Hölzle will das Thema Werbeverträge auch aufgrund der aktuellen Situation in Grafing bei der nächsten Versammlung des Grafinger Gewerbeverbandes zum Thema machen. Auch andere Mitglieder berichten von negativen Erfahrungen. "Die Aktualisierung meiner Bilder hat zum Beispiel ewig lang gedauert", berichtet Anton Thanhofer jr., der Chef des Handwerksunternehmens "Kupferspecht". "Dass die Bildhinterlegung oft nicht zeitgerecht passiert, wurde mir auch berichtet", bestätigt Hölzle. Er hält das Terminal trotzdem für eine gute Sache, genauso wie der Grafinger Bürgermeister Rudolf Heiler: "Dazu stehe ich". Deshalb habe man den Standort kostenlos zur Verfügung gestellt, um den Besuchern von auswärts schnellstmögliche Informationen anbieten zu können. "Ich greife die Kritik aber gerne auf und werde seitens der Stadt tätig werden, das sind wir der Sache schuldig", so Heiler. Von der ausführenden Firma war derzeit keine Stellungnahme zu erhalten. Hölzle hat für die Internetpräsentation für fünf Jahre 1025 Euro bezahlt. "Das ist viel für einen kleinen Betrieb."

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