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Tim und Annika helfen sich mit Nägeln aus.
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Pippo (Stefan Pillokat) bläst zur Brotzeit.
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Paula und Isabelle (beide 7) beim Fadenknüpfen.
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Mittagspause: Von 12 bis 14 Uhr ist Ruhe am Spielplatz.

Bauspielwoche 

Das ist das kleinste Neubaugebiet in Markt Schwaben

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Ying und Yang? In Markt Schwaben? Ja! Richtig gelesen. Eine chinesische Siedlung entsteht momentan. Wieso Tim (11) und Annika (9) deshalb mit Nägeln handeln. 

Markt Schwaben – Wenn Tim (11) Nägel braucht, muss er zur Hütte seiner Schwester Annika (9). Tim sagt: „Nägel sind hier bei uns so wertvoll wie Geld.“ Annika sagt: „Gegen eine kleine Packung Mentos bekommst du zwei kleine Nägel.“ Die braucht Tim, denn die Holzhütte seines Teams hat noch kein Dach. Das soll heute drauf, bis 17 Uhr ist Zeit. Die Holzlatten liegen bereit. Übrigens fehlt auf der Hütte von Annikas Team auch das Dach. Der Bauplan sei etwas misslungen, denn die Holzlatten seien zu kurz. Gut, dass es nicht regnet.

Tim, kurze, hellblaue Hose, blaues T-Shirt, Hammer in der Hand, steht an diesem Dienstagvormittag auf der großen Wiese am Spielplatz am Goethering in Markt Schwaben. Eine Wand der Hütte hinter ihm hängt leicht nach außen, „ist ein wenig schief geworden“, sagt Tim und lacht.

Ying und Yang in der Xianggang

An einer anderen Wand der Hütte hängt ein orangefarbenes Plakat mit Pandabären und Lampions darauf. Das hat Tims Team, neun Buben und Mädchen, 7 bis 13 Jahre, vor dem Hüttenbau gebastelt und bemalt. Auch der Teamname steht auf der Pappe: Xianggang. In dieser Woche will das Team gemeinsam mit vielen anderen den Schwabener Spielplatz in ein kleines chinesisches Dorf verwandeln. Das Motto der Bauspielwoche in diesem Jahr lautet: Ying und Yang – Riesiger Spaß im Reich der Mitte.

Seit 18 Jahren organisieren die Gemeinde und die Jugendpflege die Ganztagesferienbetreuung. Dass sie gut ankommt, zeigt sich auch heuer: „Knapp 70 Kinder haben sich angemeldet“, sagt Angela Freise, eine der Betreuerinnen. Pippo trötet wie wild in seine weiße Tröte: „Brotzeit“, schreit er über den Platz. Pippo, der bekannte Markt Schwabener Clown alias Stefan Pillokat, ist seit Jahren immer bei der Bauspielwoche am Start. Vor 15 Jahren war das Thema Zirkus, Pippo kam als Experte dazu, es wurde gebastelt und gelacht. Seitdem habe es sich „eingebürgert“, dass er Jahr für Jahr das Ferienprogramm unterstützt. Auch in diesem Jahr. Mal als künstlerischer Direktor bei der farblichen Gestaltung von T-Shirts, mal als Obertrötmeister, der zur Brotzeit und Mittagspause trötet.

Lärmschutz! 

Apropos Mittagspause: Gleich ist es soweit, Tim muss Hammer und Säge zur Seite legen, bis 14 Uhr. „Damit die Nachbarn Ruhe haben“, erzählt er. Er ist genau wie seine Schwester Annika das dritte Mal bei einer Bauspielwoche mit dabei. Die Mama arbeite in Markt Schwaben, sei so auf das Programm aufmerksam geworden. Weil die Stimmung gut sei, man Hütten frei aufbauen könne und es daheim viel zu langweilig sei, deswegen seien die Geschwister da.

Am Freitag ist Schluss. Die Hütten werden abgerissen. „Schade“, sagt Annika, denn man stecke viel Mühe in die etwa drei auf drei Meter großen Häuschen. „Wer einen Anhänger hat, kann die Hütten mit nach Hause nehmen“, weiß Annika. Da sei es gut, heißt es von den Organisatoren, wenn sie Eltern mit dabei seien, und beim Abbau helfen. Nägel könnten übrigens auch von ihnen gegen Süßes getauscht werden – angeblich.

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