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Festakt am Nachmittag. Am Abend wurde aus der Halle ein Ballsaal. foto: sro

40 Jahre Humboldt-Gymnasium: Wüstenwanderung und Diskokugel

Vaterstetten - Ein schönes, aber kein klassisches Jubiläum sei der 40. Geburtstag des Gymnasiums Vaterstetten, hieß es am Freitag. Für die Zahl 40 Jahre wurde dennoch ein Bezug gefunden und zwar die vier Jahrzehnte währende Wüstenwanderschaft des Volkes Israel nach dem Auszug aus Ägypten.

Ministerialdirigent Walter Gremm, der den Festvortrag hielt, glaubt jedoch nicht, dass nun die Zeiten anbrächen, in denen Milch und Honig flössen. Personalrat Martin Netter, der ebenso wie Gremm auf seine theologische Ausbildung verwies, sprach von 40 Jahren der Selbstfindung. Die Zeiten des Umbruchs und der Bewährung sollten nun abgeschlossen sein. Aber nach vielen Jahren des Religionsunterrichts wisse man, dass der langen Wüsterwanderung des Volkes Israel Zeiten der Landnahme, der Kämpfe und der neuen Herausforderungen folgten. Netter freute sich auf ein weiteres spannendes Schuljahrzehnt bis zum 50. Geburtstag.

Zu Beginn der Veranstaltung waren 40 Jahre Schulgeschichte auf einer Leinwand im Zeitraffer ebenso zu sehen wie ein Video-Grußwort des Kultusministers. Gremm lobte dann das Vaterstettener Gymnasium als eine innovative Lehr- und Lernstätte „trotz der Größe der Schule“. Am Humboldt-Gymnasium werden 1700 Schüler von 140 Lehrern unterrichtet.

Landrat Gottlieb Fauth verwies auf zwölf Millionen Euro, die der Landkreis seit dem Jahr 2006 für das Gymnasium Vaterstetten bereit gestellt habe. „Gelder, die in Schulen investiert werden, sind gut angelegt“, sagte er und erhielt dafür viel Beifall. Bürgermeister Robert Niedergesäß gab dem Gymnasium, das er selbst besucht hatte, als Zensur ein „sehr gut“, eine Note die er selbst selten gehabt habe. Die Elterbeiratsvorsitzende Monika Föller verwies darauf, dass ebenfalls vor 40 Jahren erstmals das „Wort des Jahres“ gekürt worden sie. „Aufmüpfig“ sei damals ausgewählt worden.

Den stärksten Applaus der Redner erhielt Schülersprecherin Christine Pollithy. Sie berichtete über die Vorbereitungs- und Aufbauarbeiten zum Festakt und zum abendlichen Schulball. Schüler, Lehrer und Eltern hätte zusammengearbeitet, hätten zusammen Panik geschoben nicht fertig zu werden und hätten zusammen den Erfolg gefeiert. Sichtbares Symbol ist die aufgehängte riesige Diskokugel in der Halle. Schulsystem würden sich verändern, Schüler- und Lehrergenerationen würden kommen und gehen. Was aber bleibe am Gymnasium Vaterstetten sei der Zusammenhalt. „Wir können uns aufeinander verlassen.“ Das erfülle den „Backsteinbunker“ mit Leben. Eine Schule, die so groß sei wie in Vaterstetten, habe ein riesiges Potential. Damit könne man auch etwas Ungewöhnliches wagen, so die Schülerin.

Von Robert Langer

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