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25 Jahre nach Tschernobyl: Ebersberger Wildschweine strahlen immer noch

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Wildschweine im Ebersberger Forst. Foto: Stefan Rossmann

Ebersberg - „80 bis 90 Prozent der im vergangenen Jahr im Ebersberger Forst abgeschossenen Wildschweine waren strahlenbelastet!“ Diesen erschreckenden Wert gab Heinz Utschig, Leiter des Forstbetriebs Wasserburg, gegenüber merkur-online bekannt.

Besonders hoch sei die Zahl, da 2010 Buchen und Eichen kaum Früchte getragen hätten und die Wildschweine auf Nahrungsquellen im Boden hätten ausweichen müssen. Besonders beliebt seien bei den Tieren die sogenannten Hirschtrüffel, eine Pilzgattung, deren Fruchtkörper unterirdisch wachsen und hohe Mengen des radioaktiven Isotops 137Cs, ein Produkt der Kernspaltung, speichern - ein Überbleibsel des Reaktorunglücks von vor 25 Jahren in Tschernobyl.

Bei Wildschweinen außerhalb des Forstes ist die Belastung deutlich geringer. Durch Wildgatter und die Einzäunung des Parks haben die Tiere im Gegensatz zu ihren Artgenossen in freier Wildbahn nicht die Möglichkeit auf Feldern nach Nahrung zu suchen.

Der Verbraucher müsse sich aber keine Sorgen machen, so Utschig. Alle Tiere würden nach dem Abschuss untersucht und nur unbelastete Tiere für den Verkauf freigegeben. Belastete Tiere würden vom Förster fachgerecht entsorgt.

Von Sabine Kowalski

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