Vor 40 Jahren: Attenberger und Schillinger rasen in den Tod

Ebersberg - Im Kreis seiner Freunde sagte Hans Attenberger einmal: "Wenn ich einen Unfall haben sollte, dann soll es nicht im Straßenverkehr, sondern auf der Rennbahn sein." Auf tragische Weise sollte ihm und seinen Beifahrer Sepp Schillinger dieses Schicksal widerfahren. Das Seitenwagen-Gespann Attenberger/Schillinger verunglückte vor 40 Jahren, genau am 7. Juli 1968, tödlich - verursacht durch einen Materialfehler in Franchorchamps, Belgien.

Es war ein schwüler Sonntagnachmittag, als nicht nur ganz Ebersberg, sondern auch andernorts Freunde, Bekannte und Motorsportbegeisterte vor den Fernsehapparaten hockten. Wer damals noch nicht über ein Gerät verfügte, suchte Bekannte auf, um den etwas zeitversetzten Sportbericht zu sehen. In der Hoffnung, das Ebersberger Gespann ganz vorne über die Ziellinie fahren zu sehen. Wodurch, wie es am Vortag ein Reporter sagte, "die Tür zur Weltmeisterschaft ganz weit aufgestoßen wäre".

In der Tat schien dies zu gelingen, nachdem das Ebersberger Gespann am Samstag im Training Bestzeit vorgelegt hatte und im Rennen zwei der wichtigsten Verfolger, Enders/Engelhardt und Fath/Kalauch mit Motorschaden ausgefallen waren.

Nur noch von Auerbach/Hahn bedrängt und das Ziel vor Augen, geschah kurz nach 17 Uhr das, für seine Freunde und Fans Unfassbare: Ein Stabilisationsteil für das Seitenwagenrad war gerissen. Mit einer Geschwindigkeit von nahezu 200 km/h geriet das Gespann völlig außer Kontrolle und zerschellte an der Mauer eines angrenzenden Grundstücks.

Der Rennsport hatte sich, wie in dieser Zeit so oft, zwei Todesopfer geholt. Eine große Trauergemeinde gab wenige Tage später Hans Attenberger in Ebersberg und Sepp Schillinger in Oberndorf das letzte Geleit. Motorsportler hielten die Ehrenwache, bis die mit dem Fahrerhelm gekennzeichneten Särge in die Gräber gesenkt wurden. Betrauert wurden die erfolgreichen Motorsportler, nicht wegen der Deutschen Amateurmeisterschaft (1965), dem Gewinn der "Tourist Trophy" auf der britischen Insel Isle of Man, dem Grand Prix im holländischen Assen und der aktuellen Führung in der Weltmeisterschaft, sondern in erster Linie als überaus beliebte junge Mitbürger. Attenberger war 32 Jahre und Schillinger 26 Jahre alt geworden.

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