"Jüngste Kultur" ausgebremst

Zorneding - Der Verein „Jüngste Kultur in Ebersberg" um Zornedings Grünen-Gemeinderat Vincent Kalnin kann sich keine Hoffnung machen, in gemeindeeigenen Schulgebäuden kleinere Veranstaltungen abzuhalten.

Einen Beschluss des Gemeinderates gibt es zwar nicht. Der Antrag wurde aber von Kalnin zurückgezogen.

Hintergrund: Die Beschlussempfehlung der Zornedinger Verwaltung war eindeutig. „Der Gemeinderat lehnt jede Nutzung der Schulräume zu schulfremden Veranstaltungszwecken ab.“ Mehrere Gründe wurden angeführt. Eine Rücksprache mit der Schule habe ergeben, dass neben der Raumproblematik „auch aufgrund bisheriger Erfahrungen mit dem Verein keinesfalls eine automatische Dauergenehmigung für Veranstaltungen gewünscht“ werde und, wenn schon, jede Veranstaltung „einzeln genehmigt werden“ müsse.

Die Gemeindeverwaltung habe zudem beim Gang im Keller Sicherheitsbedenken. Zwar gebe es an der anderen Seite eine Fluchttüre, die ins Gelbe Schulhaus führt. Doch dies bedinge, dass die Türe offen sein müsse und dann das gesamte Gelbe Schulhaus zugänglich werde. Auch wenn der Verein „Jüngste Kultur in Ebersberg“ nur mit etwa 15 Besuchern rechne und dafür zwei Ordner stellen wolle, müsse es einen gemeindlichen Ansprechpartner geben, der nach der Veranstaltung die Schulräume kontrolliert. Das aber sei „mit erheblichen Lohnkosten“ wegen Überstunden verbunden, und die auch noch samstags in der Nacht. In Zeiten von Twitter und Facebook könne nach Ansicht des Rathauses auch nicht garantiert werden, dass zu den Veranstaltungen nur die geplanten 15 Besucher kämen. Und: Der Gemeinderat müsse sich bewusst sein, dass bei positiver Entscheidung „ein Präzedenzfall geschaffen wird für sämtliche Schulräume und auch für andere mögliche Nutzungen“. Besonders für beide Turnhallen würden öfters bei der Verwaltung für Veranstaltungen angefragt, nämlich für solche, für die z.B. der Martinstadl nicht vermietet werde. Interessenten seien Bürger oder Vereine, „die mit Fug und Recht dann auch Gleichbehandlung verlangen könnten“.

Bisher würden schulische Einrichtungen nur von Vereinen und Organisationen genutzt, „die im weitesten Sinne mit den Schulzwecken vereinbar“ seien, also zum Beispiel die Vhs oder der Turnverein, die ihre Angebote an die gesamte Bevölkerung richteten. Auch seien der Verwaltung keine anderen Schulen im Landkreis bekannt, die eine Nutzung wie beantragt zulassen würden.

Kalnin bat folgerichtig um Absetzung des Tagesordnungspunkts. Er hofft nun auf den neuen Jugendpfleger, um mit diesem ein neues Konzept auf die Beine zu stellen. (er)

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