„Engagierte Jugendliche haben auch wirklich etwas zu sagen.“ Florian Hoffmann, Jugendpfleger in Zorneding

Jugendpfleger: Bald Start für Facebook-Seite

Zorneding - Neue Bürgermeister haben eine hunderttägige Schonfrist. Neue Jugendpfleger auch. So lange nämlich ist Florian Hoffmann nun schon in Zornedinger Diensten.

Neu ist, dass ein gebürtiger Zornedinger sich jetzt gemeindlicherseits um Zornedings Jugend kümmert, die nicht an Vereine oder Konfessionen gebunden ist. Und bemerkenswert ist auch, dass Hoffmann Berufseinsteiger ist. Der 28-Jährige steht deshalb vor einer mehrfachen Bewährungsprobe.

Doch hat er dafür gute Karten. In der Pfarrgemeinde St. Martin war er einer der Jugendleiter, auf Dekanatsebene war er in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) aktiv, als er sich zum Fachinformatiker ausbilden ließ. Das war ihm zu trocken. Nach einem Jahr im Beruf machte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Blindeninstitut und einem Kindergarten in München des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und studierte anschließend an der Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH) München, Abteilung Benediktbeuern.

Florian Hoffmann fühlt sich nach diesen rund 100 Tagen schon fest im Sattel seines Jobs. Er hat Kontakte geknüpft, nimmt regelmäßig an den Sitzungen der Selbstverwaltungsgruppe des Jugendzentrums oder der Gruppenleitergruppe von St. Martin teil, saß schon mit den Jugendsprechern des Gemeinderats, Vincent Kalnin (Grüne) und Steffi Berndlmeier (CSU), sowie Vereinsvertretern zusammen.

Und weil schon früher die Kontakte nach Kirchseeon bestanden, kennt er seinen dortigen Kollegen Rainer Schott, aber auch Jörg Cordruwisch aus Vaterstetten. Letzterer ist mit seiner sogenannten Jugendraumanalyse schon fertig. Jene für Kirchseeon und Zorneding ist eine Altlast von Hoffmanns Vorgänger. Weil repräsentativ die Bedürfnisse der Zornedinger Jugendlichen abgefragt werden, organisiert der Jugendpfleger derzeit die letzten Fragebögen. „Das soll sich nicht noch länger verschleppen“, sagt Hoffmann. Die Auswertung kündigt er deshalb zum Jahresende an.

Seine ersten eigenen Projekte stecken in den Startlöchern. Hoffmanns Facebook-Seite für die Zornedinger Jugend wird bald freigeschaltet. Sie ist der erste Schritt zum Relaunch des deshalb derzeit eingefrorenen Internet-Auftritts unter www.jugendpflege-zorneding.de. Hoffmann hat das selbständig entworfen, schließlich ist er ja Fachinformatiker.

Das zweite Projekt nennt sich „i-Sound“, hat mit Suchtprävention zu tun und ist eine Kooperation mit der angehenden Musiktherapeutin Anne Berger aus Zorneding. Body-Percussion verbirgt sich dahinter, bei der, den eigenen Brustkorb als Resonanzkörper benutzend, Neun- bis Zwölfjährige sich besser spüren lernen sollen.

Hoffmanns Zwischenbilanz nach 100 Tagen: Überall sei er auf offene Türen gestoßen. Auch im Rathaus. Am 16. Oktober, nachmittags um 17 Uhr, ist die nächste Bewährungsprobe. Dann steht nämlich im Jugendzentrum die obligatorische und früher immer besucherarme Jungbürgerversammlung an. Für die rührt Hoffmann schon jetzt kräftig die Werbetrommel. Denn engagierte Jugendliche hätten auch wirklich etwas zu sagen, so der Jugendpfleger.

Von Eberhard Rienth

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