Martin Gil: Sein Vertrag wurde nicht verlängert Foto: kn

Jugendpfleger muss gehen

Zorneding - Die Gemeinde Zorneding sucht einen neuen Jugendpfleger. Das Aus für Martin Gil kam, wie erst gestern bekannt wurde, schon im nichtöffentlichen Teil der Novembersitzung des Gemeinderats.

Zorneding ist jetzt bemüht, vorerst befristet auf zwei Jahre, von Juni an einen Diplom-Sozialpädagogen einzustellen. Denn: „Die professionelle Jugendpflege hat sich als richtig und notwendig erwiesen“, hatte Bürgermeister Piet Mayr (CSU) schon Mitte 2010 im Gemeinderat gesagt. Das war auch Konsens in jener Sitzung. Dennoch gab es damals Kritik. Nicht an der Stelle an sich, aber eben an Martin Gil. Mehr Präsenz und intensivere Arbeit wünschte sich nämlich der Jugendsprecher der Grünen-Fraktion von Gil. Vincent Kalnin forderte, dass der Jugendpfleger seine „regelmäßigen, fortwährenden Angebote an Jugendliche ausbaut“ und er sich „regelmäßige Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche“ überlegen solle.

Stattdessen warb der Jugendpfleger für sich seit seiner Einstellung im Juni 2008 als Halbtagskraft immer wieder mit einer Befragung, mit der er den Bedürfnissen der Dorfjugend gerecht werden wollte. Doch wurde diese von ihm, auch nachdem er im Juni 2010 als Vollzeitkraft angestellt wurde, immer wieder vertagt. Inzwischen firmiert die Befragung als „gemeindeübergreifende Sozialraumanalyse“ zusammen mit Kirchseeon, liegt aber noch immer nicht vor.

Bürgermeister Mayr tat gestern die nicht erfolgte Überleitung von Gils befristeten Vertrag in einen unbefristeten zuerst als „ganz normalen Vorgang“ ab, um dann aber zu konstatieren: „Zu Sachen aus nichtöffentlichen Sitzungen sage ich nichts, erst recht nicht zu Personalangelegenheiten.“

Jedenfalls scheinen damals Vincent Kalnins Einlassungen nicht nur eine Einzelmeinung gewesen zu sein. Denn dem Vernehmen nach ist Gils „Entlassung“ mit „denkbar knapper Mehrheit gegen die CSU und den Bürgermeister“ erfolgt. Sie ist ohnehin ungewöhnlich. Denn in anderen Gemeinden wurden in der Vergangenheit die Stundenkontingente der Jugendpfleger eher ausgeweitet, beziehungsweise die Stelleninhaber sogar in der Hierarchie des öffentlichen Dienstes befördert, oder mit dem Zuschnitt auch auf die Seniorenarbeit zudem aufgewertet. Im Falle Gils hieß es von einem Zornedinger Gemeinderat: „Man kann eben den Job auch besser machen.“

Gil selbst meinte gestern zu den Vorgängen: „Ich möchte dazu nichts sagen.“ Mayr erklärte: „Herr Gil ist mindestens bis zum Wochenende nicht im Haus.“ Der Bürgermeister und der Gemeinderat werden nicht lange ohne Jugendpfleger bleiben: „Die ersten Bewerbungen sind schon da“, so der Rathauschef.

Von Eberhard Rienth

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