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Kasse spart bei zahnärztlicher Leistung

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Landkreis Ebersberg - „Jedes Jahr das gleiche Theater“, seufzt Dr. Felix Ringer, Zahnarzt aus Grafing und zahnärztlicher Obmann im Landkreis Ebersberg.

Wieder einmal sei absehbar, dass das Budget nicht reichen wird, das die AOK der kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) zugewiesen hat.

Den Zahnärzten im Landkreis „sitzt deshalb eine dringende Empfehlung der KZVB im Genick“, so Ringer. Die Mediziner sollen nämlich noch bis zum kommenden Freitag, 11. September, bei jedem AOK-Versicherten genau nachfragen, ob die gewünschte Leistung wirklich notwendig ist.

Außerdem sollen die Ärzte Behandlungen möglichst nach den Stichtag verschieben oder als Wunschleistung privat abrechnen. Das Problem werde durch solche „Puffertage“ laut Ringer jedoch nur in den nächsten Abrechnungszeitraum verschoben. „Da findet dann ein regelrechter Run auf die Praxen statt, weil vieles nachgearbeitet werden muss.“, sagt Ringer.

Schuld daran sei nicht die KZBV, sondern die AOK. Deren Budget liege deutlich unter dem, was andere Kassen pro Quartal für Zahnpatienten bereit halten.

Die Unsicherheit, ob das Budget reicht, zwinge die KZVB für die Dauer der „Budgetspartage“ zur Aufhebung der „Punktwertgarantie“. Das bedeutet, dass die Zahnärzte im Ungewissen darüber gelassen würden, ob sie ihre Quartalsabrechnungen in vollem Umfang erstattet bekommen.

„Im schlimmsten Fall fehlen 60 Prozent der Abrechnungssumme“, fürchtet Ringer. Auf den Verlusten blieben die Zahnärzte sitzen. Selbst für das Jahr 2013 bestehe immer noch keine endgültige Einigung zwischen AOK und KZVB über das Budget.

Besonders ärgert sich Ringer darüber, dass die AOK im Vergleich mit anderen Kassen einen „gigantischen Werbeaufwand“ betreibe: „Jedes Handballturnier wird mit AOK-Werbung zugepflastert, aber für die Patienten ist am Ende nicht genug Geld da.“

Wer zu ihm in die Praxis kommt, werde aber trotzdem behandelt: „Wir können die Leute ja nicht einfach wieder wegschicken.“ ja

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