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Helfer von Feuerwehr und Rotem Kreuz an der „Unfallstelle“ im Ebersberger Forst.

Großübung

Katastrophe im Forst: Rettungskräfte geben alles

Ebersberg - Die Straße durch den Ebersberger Forst ist berühmt-berüchtigt. Immer wieder ereignen sich hier schlimmste Unfälle. Um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, probten die Einsatzkräfte am Wochenende in einer Großübung.

Hilfeschreie, ein Bus im Graben liegend und ein vollkommen demolierter Pkw mitten auf der Fahrbahn - das war das Bild, das sich den angerückten Kräften bot. Augenscheinlich war ein Linienbus nach einem Zusammenprall mit einem Auto von der Fahrbahn abgekommen, auf die Seite gekippt und in den Graben gerutscht. 15 teilweise schwer verletzte Personen befanden sich in dem Bus. Dieses „Horrorszenario“ war die Ausgangslage. Einige Faktoren erschwerten den Rettungskräften die Arbeit: Platzmangel, ein Bus in Schieflage, schlechter Untergrund und vor allem die hohe Opferzahl. „Für uns war es das erste Mal, dass wir mit einer so hohen Opferzahl üben konnten“, erklärte Ulrich Proske, Kommandant der Feuerwehr Ebersberg und Organisator der Übung. „Meine Aufgabe war es zu Beginn, zunächst die Lage einzuschätzen, gleichzeitig musste ich auf die Aufstellung der Einsatzfahrzeuge achten“, sagte Christoph Münch, 2. Kommandant der Kreisstadtfeuerwehr und Einsatzleiter der Übung.

Großübung von Feuerwehr und BRK

Großübung von Feuerwehr und BRK

Gerade die richtige Aufstellung der Einsatzfahrzeuge lag Proske am Herzen: „Es ist enorm wichtig, dass die Rettungsfahrzeuge richtig stehen, so wird allen die Arbeit enorm erleichtert.“ Ein weiterer Punkt war, die Feuerwehrler für die Beurteilung des Schweregrads der Verletzungen zu sensibilisieren. „Hier war uns die Realistische-Unfall-Darstellung eine große Hilfe“, so Proske. Dem Team der Realistischen-Unfall-Darstellung (RUD) war es gelungen, schwerste „Verletzungen“ täuschend echt zu schminken.

Beim Roten Kreuz übernahm Andreas Förster die Rolle des Organisationsleiters, der in Zusammenarbeit mit einem leitenden Notarzt für die Führung der Rettungsdienste verantwortlich war.

Bei der Manöverkritik gab es ausschließlich Lob für alle eingesetzten Kräfte. „Ich bin begeistert, dass das Szenario so eine tolle Eigendynamik entwickelt hat. Es ist äußerst wichtig, dass wir solch eine Übung durchführen können“, äußerte sich Proske. „Natürlich ist ein realer Einsatz immer noch eine andere Situation, aber habe mich gefreut mit welcher Ruhe und Sachlichkeit die Übung abgelaufen ist“, so Münch. Die ST 2080 war für mehrere Stunden gesperrt. „Hier geht noch ein großer Dank, an die Kameraden aus Oberndorf und Egglburg, die für die Verkehrsabsicherung zuständig waren“, so Proske. An der Großübung beteiligten sich mehr als 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK und Polizei.

Robin Wedekind

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