Axel Weingärtner Fraktionssprecher der Grünen. foto: kn

Kein Bonus für Erzieherinnen

Vaterstetten - Mit günstigen Wohnungen wollen die Vaterstettener Grünen Personal für Kinder-Betreuungseinrichtungen in die Gemeinde locken. Die Verwaltung sagt aber: Rechtlich nicht zulässig.

„Der Bedarf an Erzieherinnen kann nicht gedeckt werden. Wir befinden uns in einer dramatischen Konkurrenzsituation.“ So argumentierte Grünen-Fraktionssprecher Axel Weingärtner in der Sitzung des Gemeinderats. Er verwies zum Vergleich auf die Stadt München. Dort würden Zuschläge von 110 Euro, ein MVG-Ticket und teilweise auch Dienstwohnungen angeboten. Vorschlag der Grünen: Die Gemeindeverwaltung soll ein Realisierungsmodell erarbeiten, um auf dem in Privatbesitz befindlichen Grundstück im neuen Baugebiet Vaterstetten Nord-West Wohnraum für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen errichten zu lassen. Das Angebot soll dem Personal der neuen, in der Nähe entstehenden Kinderkrippe, aber auch anderen Einrichtungen zu gute kommen. Darüber hinaus solle es für die Gemeinde ein Anspruch sein, auch Wohnraum für Menschen zur Verfügung zu stellen, die nicht zu den Spitzenverdienern gehören, „die aber für unser Gemeinwesen von größter Bedeutung sind“, so Weingärtner.

Von Seiten der Verwaltung hieß es, man habe beim Bayerischen Gemeindetag angefragt. Ergebnis: Die Gemeinde darf nicht fördern, weil die Erzieherinnen nicht bei der Gemeinde angestellt sind, sondern bei den Trägern der jeweiligen Einrichtungen. Auch die Überlassung von gemeindlichem Wohnraum an speziell ausgesuchte Berufsgruppen sei nicht zulässig.

Wenn man dem Antrag der Grünen folge, müsse man nach Ansicht von Bürgermeister Martin Wagner (CSU) auch andere Berufsgruppen berücksichtigen, etwa Altenpfleger. „Im gleichen Gebiet wird das Altenwohnheim erweitert.“ Edith Fuchs (CSU) wies auf den Fachkräftemangel im Pflegebereich hin. In punkto Erzieherinnen betonte sie: „Wir haben das Problem, dass der Beruf nicht anerkannt und schlecht bezahlt wird. Wir müssen woanders ansetzen. Mit Wohnungen ist es nicht getan.“

Dazu Weingärtner: „Das ist alles richtig, aber das können wir nicht beeinflussen.“ Er sieht durchaus Möglichkeiten, in Bezug auf die Wohnungen weiter zu kommen. Denn in der Stellungnahme der Verwaltung werden mögliche Ausnahmen der strikten Regelung aufgezeigt. Unterstützung fanden die Grünen bei der SPD. Gemeinderat Josef Mittermeier: „Das ist voll in unserem Sinne.“ Er forderte die Gemeinde auf, „mit gutem Beispiel voranzugehen“ und Kontakt mit Wohnbau-Genossenschaften aufzunehmen.

Auch interessant

Kommentare