Kein Glockenspiel für Poinger Christuskirche

Poing - Die evangelische Christuskirche bekommt kein Glockenspiel. Stattdessen wird es herkömliche Glocken geben, deren Geläut an jenes der neuen katholischen Kirche angepasst wird.

23 Glocken, später 37, im Endausbau gar 49 Glocken, die das Lied "Lobet den Herren" spielen - es wäre so schön gewesen, findet Poings evangelischer Pfarrer Herbert Specht. Doch der Traum vom Glockenspiel für die Christuskirche am Bergfeld ist ausgeträumt. Aus rechtlichen Gründen. "Ein Anwohner könnte gegen das ,neumodische Gebimmel’ klagen", sagt Specht ernüchtert. Dieses Risiko wolle die evangelische Kirchengemeinde nicht eingehen. Weil es diesbezüglich keine Urteile gebe, könnten Juristen eine Rechtssicherheit nicht prüfen. "Wir wären in einer diffizilen Lage."

Nun sei der Plan für ein Glockenspiel begraben, "wir steigen auf einen herkömlichen Glockenturm um". Der soll vorm Einangsbereich der Christuskirche gebaut werden. Details würden sich bei den Planungen ergeben.

Als Poings evangelisches Kirchenzentrum vor zehn Jahren an der Gebrüder-Asam-Straße in Poing-Nord neu gebaut wurde, sei kein Geld für einen Glockenturm vorhanden gewesen, berichtet Specht. Nun aber wolle man das Projekt angehen, weil "das Bedürfnis und das Interesse unserer Gemeindemitglieder nach Glocken vorhanden ist". Er selbst sei bei den Gottesdiensten bislang gut ohne Glocken ausgekommen, sagt Specht. "Aber es waren schon Leute da, die sich die Kirche für eine Hochzeit oder eine Taufe angeschaut haben und dann fragten, wo denn die Glocken sind." Weil die Christuskirche keine hat, hätten manche die Trauung oder die Taufe woanders gefeiert.

Ein Turm wird es nun also werden, mit normalem Geläut. Luftlinie rund 200 Meter entfernt wird ein weiterer Glockenturm stehen - jener der katholischen Pfarrkirche. Die wird auf der Freifläche neben dem Pfarrzentrum Rupert Mayer errichtet. Poings evangelischer Pfarrer Herbert Specht und der katholische Pfarrer Michael Holzner hätten nichts gegen einen gemeinsamen Turm gehabt, der in der Mitte der beiden Kirchen aufgestellt hätte werden sollen. Doch das Ordinariat machte nicht mit, also wird es künftig zwei Türme geben. "Das Geläut wird aufeinander abgestimmt, das klingt auch schön und ist laut Glockenexperten ein ,Hochgenuss’", erzählt Specht.

von Armin Rösl

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