Kiesabbau: Abstand zu Häusern bleibt bei 300 Metern

Landsham - Die Möglichkeit für mehr Kiesabbau in Richtung Landsham-Moos erhitzt weiter die Gemüter. Der Besuch des Geschäftsführers des Regionalen Planungsverbandes im Gemeinderat Pliening konnte auch nicht für Beruhigung sorgen.

Gleich zu Beginn der Sitzung stellte Christian Breu die Verhältnisse klar: "Ich bin gekommen, um über die Fortschreibung des Regionalplans München für den Bereich Bodenschätze zu berichten, und nicht, um mit Ihnen über Änderungen zu verhandeln." Dennoch gab es in der Sitzung des Plieninger Gemeinderates Momente, in denen der Geschäftsführer des Regionalen Planungsverbandes (RPV) die Geduld zu verlieren drohte.

Selten war der Sitzungssaal im Plieninger Rathaus so voll besetzt wie zur Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Zentrales Thema war der Kiesabbau in Landsham für die Zukunft und die Mindestabstände zur Wohnbebauung in Landsham-Moos. "Wir hatten Einwände vorgebracht, die nicht berücksichtigt worden sind", kritisierte Georg Rittler (CSU).

Breu widersprach Plienings Bürgermeister in mehreren Punkten. "Wir haben die Fläche halbiert und den Abstand zur Wohnbebauung vergrößert." Die Ausweisung als Vorranggebiet weise lediglich darauf hin, dass der Boden zum Abbau von Kies geeignet sei. "Es ist eine Sicherung", definierte Breu den Begriff, "dass auf diesem Gelände keine andere Nutzung wie etwa der Bau eines Windrades möglich ist".

Breu betonte, dass dies noch keine Genehmigung für Kiesgewinnung sei. "Wenn der Grundeigentümer seine Wiese nicht verkauft, kann auch keine Ausbeutung des Bodens erfolgen", erläuterte er. Eine andere bauliche Nutzung sei nicht zugelassen, fügte er hinzu. Des Weiteren gebe es keinerlei rechtliche Möglichkeiten zur Enteignung. Bei privilegierten Bauvorhaben müsse immer der Antrag genau geprüft werden.

Auf Fragen von Gemeinderatsmitgliedern, warum denn der Abstand zum Wohngebiet nicht 100 oder 200 Meter mehr sein könne, wo doch im Westen für eine Ausweitung unbebautes Gebiet vorhanden sei, antwortete Breu: "Sie sehen es als Gemeinde, aber auch der Bund Naturschutz, der Bauernverband und etliche weitere Institutionen reden gleichberechtigt mit. Die Entscheidung wurde gemeinsam gefällt und ist ein Kompromiss." Außerdem habe die Gemeinde Pliening nie einen größeren Abstand gefordert, 300 Meter sei die festgelegte Mindestentfernung, die auch in anderen Regionen gilt.

Schließlich wurde auch Roland Ernst, dem Sprecher der Bürgerinitiative "Kein Kiesabbau Landsham", Rederecht eingeräumt. Er zeigte sich darüber enttäuscht, dass der Regionale Planungsverband Einsprüche und Anregungen nicht berücksichtigt habe. Es sei schade, das Wohl der Menschen hinter das Interesse von Kiesausbeutung und die Belange des Bund Naturschutzes zu stellen.

Gemeinderatsmitglied Josef Bauer-Eberhart (CSU) machte Breu einen Kompromissvorschlag: "Es muss für Sie doch möglich sein sich dafür einzusetzen, dass die südöstliche Spitze des großen Vorranggebietes direkt bei Landsham-Moos etwas entschärft wird." Christian Breu wehrte ab: "Wir können das doch nicht neu aufrollen, das ist entschieden. Ich kann nur die 300 Meter noch einmal festzurren lassen."

Im Übrigen habe die Gemeinde nur die Möglichkeit, auf dem Wege einer Normenkontrollklage gegen die Entscheidung anzukämpfen. Termin für die entscheidende Sitzung des Regionalen Planungsverbandes ist der 28. Februar.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nazi-Sprüche per Klassenchat: Polizei ermittelt gegen Gymnasiasten wegen Volksverhetzung
Am Grafinger Gymnasium sind rechtsradikale Botschaften über einen Klassenchat verbreitet worden. Das teilte die Polizei mit. Erst vor einer Woche wurde die Schule nach …
Nazi-Sprüche per Klassenchat: Polizei ermittelt gegen Gymnasiasten wegen Volksverhetzung
Roger Rekless: Nicht alles okay, aber auch nicht alles schlecht
Der Musiker und Moderator Roger Rekless ist heimgekehrt nach Markt Schwaben. Er las aus seinem Buch „Ein Neger darf nicht neben mir sitzen“ und erzählte, wie es dazu kam.
Roger Rekless: Nicht alles okay, aber auch nicht alles schlecht
Seine Kollegen sind ratlos: Zika O. wird abgeschoben
Er arbeitet, hält sich an die Regeln, ist bei seinen Kollegen beliebt - und darf trotzdem nicht bleiben: Der Asylantrag des Nigerianers Zika O. ist unanfechtbar …
Seine Kollegen sind ratlos: Zika O. wird abgeschoben
Nach Bränden: Mittelschule nimmt Unterricht wieder auf
Die Grafen-von-Sempt-Mittelschule Markt Schwaben nimmt am Donnerstag wieder den Unterricht auf. Die Ermittlungen zu den Ursachen der Brände von vor einer Woche dauern an.
Nach Bränden: Mittelschule nimmt Unterricht wieder auf

Kommentare