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Vorführungen auf Kies: Geht es nach der Mehrheit im Gemeinderat, entsteht hier bald ein viergruppiger Kindergarten.

"Massive Bedenken"

Geplanter Kindergarten: Feuerwehr befürchtet Chaos

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Vaterstetten - Jetzt soll die Feuerwehr doch eingebunden werden. Bürgermeister Georg Reitsberger will den Floriansjüngern die Möglichkeit geben, im Gemeinderat ihre „massiven Bedenken“ gegen den geplanten Kindergarten an der Verdistraße vorzutragen.

Der Gemeinderat hatte nach chaotischer Debatte in der vergangenen Woche grundsätzlich beschlossen, an der Verdistraße direkt vor dem Rettungszentrum mit Feuerwehr und BRK einen viergruppigen Kindergarten zu errichten. „Wir wurden über das Projekt im Vorfeld nicht und während der Entscheidungsphase letzte Woche nur unzureichend informiert“, betonte jetzt Kommandant Wolfgang Deutschmann. Inzwischen hat ein Gespräch der Feuerwehrverantwortlichen mit dem Bürgermeister stattgefunden. Dabei haben die Floriansjünger ihre Bedenken präzisiert. Die Zufahrt zum Rettungszentrum, über die jährlich rund 3000 Einsatzfahrten laufen, sei jetzt schon gefährlich und unübersichtlich, so ein Argument. Wenn dort beispielsweise auch noch Eltern ihre Kinder ablieferten, erhöhe sich das Risiko. „Dies kann angesichts der Verkehrslage an der Verdistraße nur im Chaos enden“, so Deutschmann. Die Feuerwehr erwarte wegen des Kindergartens rund 200 Fahrbewegungen pro Tag mehr. Dieser zusätzliche Verkehr könnte die Anfahrt von Feuerwehrlern bei einem Alarm behindern und so den Einsatz verzögern. Auch könne es durch die Nutzung des Martinshorns, wie bereits geschehen, zu Angstzuständen bei Kindern kommen. Zudem erwartet die Feuerwehr Beschwerden des Kindergartens, da schlafende Kinder bei einem Einsatz aufgeweckt werden. „Hier kann von Seiten der Feuerwehr und des Rettungsdiensts keine Rücksicht genommen werden“, so Deutschmann. „Rechtlich gesehen ist der Fahrer verpflichtet, das akustische Signal einzuschalten, sobald er Sonderrechte in Anspruch nimmt.“

Mit dem Bau eines Kindergartens auf diesem Grundstück würde für die Feuerwehr ein wichtiges Areal wegfallen, das für Übungen, Vorführungen, Feuerlöschtraining mit einem Brandcontainer für Angestellte von Alters- und Pflegeheimen, Kindergärten und Schulen sowie als Parkplatz für Schulungen auf Landkreisebene genutzt wird. Derzeit ist das Grundstück ein Wendeplatz für Schulbusse. Mit der Bebauung des Grundstücks würde die Gemeinde Vaterstetten zudem jegliche Planungen zur Realisierung eines Rettungszentrums, wie ursprünglich angedacht, verwerfen. Es wäre weder Platz für ein Rettungsdienstgebäude noch für eine Polizeidienststelle. Beim aktuellen Wachstum der Gemeinde ist laut Feuerwehr davon auszugehen, dass die derzeit noch vom Rettungsdienst belegten Garagen von der Feuerwehr beansprucht werden müssen. Stichwort ist hier das „eigentlich seit Jahren benötigte Drehleiterfahrzeug“. Eine räumliche Zusammenlegung von Rettungsdienst und Feuerwehr mache aber in jedem Fall Sinn. Die Zusammenarbeit werde gefördert, und zentrale Einrichtungen wie Werkstätten oder Waschhalle können wirtschaftlich ausgenutzt werden.

Der Standort an der Verdistraße sei bei der Planung des Rettungszentrums von der Gemeinde wegen der geringen Gefährdung und Belästigung der Bürger bewusst gewählt worden. „Wir als Feuerwehr würden eine Verlegung des Bauplatzes für die KiTa an einen anderen geeigneten Platz in der Gemeinde begrüßen. Plätze sind bei genauerem Hinsehen hinreichend vorhanden“, so Deutschmann.

Von Robert Langer

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