Kinderkrippe: Neubau oder weiter ein Provisorium

Hohenlinden - Die CSU möchte bayernweit aufs Tempo drücken beim Ausbau von Kinderkrippen. Auch lokal, in Hohenlinden, bemüht sich der christsoziale Ortsverband und möglichst schnelle Umsetzung.

Ein von ihr eingebrachter Antrag wurde im Gemeinderat zwar nicht beschlossen, aber auch nicht abgelehnt. Darin hatte die Orts-CSU den Neubau einer Krippe in Nachbarschaft zu den beiden bestehenden Kindergärten in die Debatte gebracht und zugleich einen Architektenwettbewerb gefordert.

Hintergrund: Seit dem vergangenen Jahr gibt es in leerstehenden Räumen der Schule eine Krippe. Die zunächst also Provisorium geplante Betreuungseinrichtung wird derzeit von 18 Kindern besucht, deren Eltern jedoch nicht alle Vollbucher sind. Viele Buben und Mädchen, so hieß es, nutzten die Krippe nur an zwei oder drei Tagen pro Woche, was insbesondere bei der Festlegung einer Förderfähigkeit nicht unbedingt ein positiver Umstand ist. Der Betrieb laufe aber, so hieß es im Verlauf der Ratssitzung, hervorragend. Besonders genossen werde das großzügige Platzangebot.

Insbesondere für Vertreter aus dem freien Lager ergibt sich bei diesem status quo kein dringender Handlungsbedarf; schon gar nicht aber die Notwendigkeit eines Neubaus. Martin Hubner (ÜWH) nannte es sinngemäß einen Unfug, einen Neubau zu schaffen, während man in Sichtweite eine halbleere Schule habe, die man nach Bedarf mit relativ geringen Mitteln entsprechend den Bedürfnissen einer Krippe anpassen könne. Zweiter Bürgermeister Thomas Riedl (CSU) hielt dagegen, dass eine organisatorische Einheit von Krippe und Kindergarten pädagogisch sinnvoll sei. Barbara Meyer (ÜWH) äußerte Bedenken, dass ein Neubau direkt neben dem Pfarrkindergarten und auf kirchlichem Grund in der Frage der Trägerschaft eine Vorentscheidung zugunsten der katholischen Kirche/Caritas bedeuten könne. Während ihr Fraktionskollege Alfons Nagl schlichtweg festhielt: „Was funktioniert, ist für mich kein Provisorium“.

Einigkeit bestand im Rat in zwei Punkten: 1. Der Bedarf in Hohenlinden wird mittelfristig nicht nur bleiben, sondern auch steigen. 2. In den nächsten Wochen und Monaten wird man sich im Gemeinderat noch intensiv mit dem Thema Kinderbetreuung befassen müssen und wollen.

Als einer der nächsten Schritte wird laut Bürgermeister Ludwig Maurer ein Brief der Gemeinde an junge Hohenlindener Familien folgen, mit dem der aktuelle Bedarf ermittelt werden soll. Es sei dringend nötig, noch mehr klare Fakten zu bekommen, so der Tenor im Rat.

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