Sportlich in Gelb: Über den Wert der Fahrzeuge in der Halle gibt es keine Aussage.
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Sportlich in Gelb: Über den Wert der Fahrzeuge in der Halle gibt es keine Aussage.

Besonderes Angebot für Fans von Luxuskarossen

Mitten in Kirchseeon: Geheime Halle für Traumautos

  • Robert Langer
    VonRobert Langer
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Eine unscheinbare Halle in Kirchseeon. Von außen ist nicht zu erkennen, welche Schätze sich hier verbergen. Das Herz eines jeden Auto-Enthusiasten schlägt höher.

Kirchseeon –  Ein roter Porsche 911 im ganz klassischen Design, ein gelber Lamborghini GTR, ein silberner BMW, ein kleiner blauer Fiat Spider, dessen Aufkleber verrät, dass er einmal in amerikanischer Sonne unterwegs war: Automobilclub South California. Manche Fahrzeugen sind mit einer Hülle abgedeckt, man kann nur erahnen, was sich unter dem Stoff verbirgt. Die Ausbuchtungen an den Seitenspiegeln könnten einen Hinweis geben. Die Halle ist ganz in weiß gehalten, die Autos kommen dadurch gut zur Geltung. Aber der Blick auf die Schmuckstücke bleibt der breiten Öffentlichkeit versagt. Alles privat.

Diskretion ist alles

„Diskretion ist uns ganz wichtig“, sagt Andreas Schlöffel vom gleichnamigen Autohaus in Eglharting, der die Anlage gemeinsam mit seinen Partnern Peter Burde und Jörg Riepertinger seit rund sieben Monaten betreibt. Name: „Hubraum“.

Schlöffel hat Erfahrung mit Luxusfahrzeugen. In seiner Werkstatt werden Rolls Royce ebenso lackiert wie ein Mercedes SLR 190, von dem nur ganz wenige Exemplare gebaut wurden.

Standort ist geheim

Wo die Halle ist, bleibt geheim. Gedacht ist die Unterbringungsmöglichkeit unter anderem für Eigentümer, die neben ihrem Beruf wenig Zeit für ihr automobiles Schmuckstück haben. Deshalb wird das in der Halle geparkte Fahrzeug gepflegt und ständig optimal fahrfähig gehalten. In regelmäßigen Abständen werden die Reifen geprüft und die Motoren angelassen. Zudem gibt es auf Wunsch Bewegungsfahrten.

Jeder Stellplatz mit Stromanschluss

Zu jedem Stellplatz auf dem grauen Teppich ist ein Stromanschluss installiert – für die Batterie. Die Karosserie ist durch eine kleine aufgelegte Stofflage geschützt, wenn das Stromkabel in den Motorraum gelegt wird und über den Lack scheuern könnte. Eine der vielen Einzelheiten. „Der Eigentümer kann sich voll seinem Freizeitvergnügen und seiner Leidenschaft widmen“, sagt Schlöffel. Den technischen Bereich übernehmen Mitarbeiter des Autohauses, die für die besonderen Aufgaben extra geschult sind.

Sicherheit wird groß geschrieben

Sicherheit wird groß geschrieben. Denn die Fahrzeuge in Privatbesitz haben einen beträchtlichen Wert. Auch die Eigentümer dürfen nur in Begleitung in die Halle. Im innersten Raum haben sie keine Erlaubnis, ihr eigenes Auto zu fahren. Damit sollen Streitereien wegen möglichen Parkremplern vermieden werden. Die Autos werden beim Weg nach draußen an der Schleuse zum vorgelagerten Lounge-Bereich – dunkles Ledersofa und Espresso – ganz genau auf Schäden untersucht. Das gleiche gilt, wenn ein Fahrzeug nach einer Ausfahrt wieder zurück kommt.

Alarmanlage samt Kameras

Eine spezielle Alarmanlage samt Kameras ist installiert, die mit einer Zentrale verbunden ist. Wenn jemand an der Schleuse ist, wird er über eine Tonleitung direkt angesprochen. Falls der Besucher das Kennwort nicht nennen und die Anlage nicht entsperren kann, geht ein Signal zur Polizei. „Die sind innerhalb weniger Minuten da“, erklärt Schlöffel. Die große Garage ohne Fenster ist nicht über eine Rampe anfahrbar. Das Auto wird auf eine Hebebühne vom tieferliegende Vorplatz langsam nach oben auf das Niveau der Halle bewegt. Ein weiterer Sicherheitsaspekt. Diebe hätten es schwer. Die Einfahrt ist übrigens von außerhalb des Grundstücks nicht einsehbar. Diskretion.

Zum Trocknen in den Vorraum

Wenn Fahrzeuge zurückkommen und beispielsweise vom Regen nass sind, müssen sie in einem Vorraum zunächst trocknen. „Feuchtigkeit ist gar nicht gut für das Leder der Sitze.“ Die eigentliche Halle hat ein konstantes Raumklima und zudem eine gleichbleibende Temperatur und natürlich einen speziellen Brandschutz.

80 Plätze verfügbar

„Manche bauen sich für ihre Oldtimer oder Sportwagen eine eigene Halle“, erklärt Schlöffel. Andere aber stellen sie an verschiedenen Orten in Scheunen ab. „Bei uns können diese Eigentümer alle ihre Wagen an einen Ort bringen.“ 80 Plätze gibt es derzeit. Die Hälfte ist aktuell belegt, einige Autos sind aktuell auf einer Ausstellung. „Hubraum“ hat zudem die Option auf eine Erweiterung.

Internationale Kundschaft

Die Kunden sind international. Bei vielen Autos sind die Kennzeichen verdeckt. Manche tragen Ebersberger Nummern, bei einem Lotus Esprit verweisen die Nummerntaferl mit der James-Bond-Kennung „4YEOnly“ auf einen Eigentümer aus Norwegen. „Er hat mehrere derartige Autos“, erklärt Schlöffel. Eines hat er hier stationiert, für Ausflüge nach Kitzbühel oder an den Gardasee. Wenn er in Kirchseeon startet, muss er nicht durch halb Europa von Nord nach Süd fahren.

Eine zusätzlich buchbare Sonderleistung von „Hubraum“ ist das Angebot, das Fahrzeug an jeden Punkt in Europa zu transportieren und es z.B. vor einem Hotel zu parken. Der Transporter hat eine rundum geschlossene Ladefläche. Diskretion.

Kontakt:

Autohaus Schlöffel, Westring 2, Kirchseeon-Eglharting.

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