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Kosten-Steigflug unter dem Radar beim Sportheimbau in Kirchseeon.

Bauamt im "Tiefflug"

Bürgermeister beichtet mangelnde Kostenkontrolle bei Sportheimbau

Kirchseeon - Das neue Sportheim hinter der ATSV-Halle ist zwar keine Elbphilharmonie, die zehnmal teurer als ursprünglich geplant wurde. Doch aus ehemals 400 000 Euro könnten jetzt bis zu 1,46 Millionen werden.

Das stört aber offenbar nur die Grünen: Deren drei Gemeinderäte stimmten als einzige gegen die von Bürgermeister Udo Ockel (CSU) vorgelegte Kostenfortschreibung des Bauvorhabens. Während die Grünen mit ihrer Fraktionsvorsitzenden Andrea Oberhauser-Hainer signalisierten, mehr als 110 000 Euro zusätzliche Verteuerung nicht mehr abzusegnen, kam von den anderen Fraktionen keine Kritik.

 Vielleicht auch deshalb, weil der Bürgermeister ein Eingeständnis vorausschickte. „Wir müssen in gewisser Weise Beichte ablegen“, sagte Ockel. Die Kosten würden wohl nochmals um rund sechs Prozent steigen, weil „wir manches nicht auf dem Radar gehabt haben“. Besonders ärgere er sich über die nicht gemachte Kostenkontrolle. „Das Bauamt war damals im Tiefflug“, bekannte Bauamtschef Robert König, der neu im Amt ist. Noch immer ist in der Behörde eine Stelle unbesetzt.

„Wir stimmen so nicht zu. Die 1,348 Millionen Euro waren für uns die Obergrenze“, legte die Grünen-Fraktionschefin nach und bezeichnete einiges, was die Verwaltung nicht auf dem Radar gehabt habe, als „nicht notwendig“. Bauamtsleiter König widersprach. „Man kann kein Sportheim ohne Garderobenmöbel (9341 Euro) bauen“, sagte er und betonte, dass die Schließanlage (3998 Euro) einfach notwendig sei. Auch brauche es eine Einzäunung samt Ballfangzaun (10 388 Euro) und die Aufkiesung der 454 Quadratmeter Parkfläche (23 864 Euro).

Dass man die Liste der Zusatzmaßnahmen auch anders sehen kann, machte der SPD-Fraktionssprecher deutlich. „Die Ergänzungen sind für mich überzeugend“, sagte SPD-Gemeinderat Thomas Kroll und kam dafür eher auf die haushaltstechnische Seite der Mehrkosten zu sprechen, weil für das Sportheim „nur“ 1,35 Millionen Euro eingestellt sind. Geld sei im Etat aber vorhanden, hat die Verwaltung schon herausgefunden. Die Heizung in der Kindertagesstätte „Spatzennest“, veranschlagt mit 100 000 Euro sowie die Prallschutzwand in der Turnhalle (120 000 Euro) können nämlich erst im neuen Jahr angegangen werden.

Was sonst noch von Geplantem nicht habe erledigt werden können, werde man zum Jahresende sehen, erklärte Ockel mit Blick auf die weiterhin dünne Personaldecke im Bauamt.

Eberhard Rienth

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