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Zu viel für Grundschüler! Eltern kritisieren, dass es nur normale Portionen gibt, die viel kosten. Bald wird sich das mit einen Chipsystem ändern. Eltern können selber bestellen und bezahlen – nicht wie bisher, die Nachbarschaftshilfe. 

Kritik an der Qualität 

Kirchseeon erhöht Essensgeld an Schule: Eltern laufen dagegen an

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Ohne, dass Eltern mit einbezogen wurden, hat Kirchseeon den Preis fürs Mittagessen an der Grund- und Mittelschule erhöht. Die sind sauer. Auch, weil das Essen zeitweise äußerst schlecht gewesen sein soll.  

Kirchseeon – Für viele Eltern in Kirchseeon ist das Maß voll. Der Essenspreis der Mittagsbetreuung an Grund- und Mittelschule soll zum neuen Schuljahr von vier Euro auf 4,50 Euro am Tag erhöht werden. Das hat der Marktgemeinderat einstimmig laut unseren Informationen im März nichtöffentlich beschlossen. Und das brachte zahlreiche Mütter dazu, ihren Frust auf das Gremium und Bürgermeister Udo Ockel (CSU) in der jüngsten Sitzung auszulassen. „Der Preis ist jenseits der Grenze“, sagte Barbara Blanc, Sprecherin des Elternbeirats der Schule. Das Essen in Kirchseeon sei eines der teuersten im Landkreis. Die Qualität lasse zu wünschen übrig und die Eltern hätten vorab keine Möglichkeit gehabt, in einem Schulgremium darüber zu sprechen. An der  Grund- und Mittelschule Ebersberg kostet als Beispiel ein kleines Essen 3,80 Euro, ein großes 4,20 Euro.

Rohe Fleischpflanzerl, dafür Knödel 

Ockel sagte, dass die Gemeinde einen hohes Defizit durch die Zuschüsse für das Essen habe. Knapp 26 000 Euro seien im vergangenen Jahr geflossen. Das sei zu hoch, soll sich laut Ockel der Gemeinderat im März einig gewesen sein. Deshalb die Preiserhöhung. Ersparnis für die Gemeinde: etwa 18 000 Euro. Es werde nur „ein Bruchteil des Geldes auf die Eltern umgelegt“. Was die Qualität angehe, sagte der Rathauschef: „Wenn das Essen ungenießbar ist, bezahle ich es nicht.“

Ungenießbar war das Essen vor einigen Wochen. Fleischpflanzerl des Caterers – das Essen kommt aus der Küche der Stiftung St. Zeno – waren innen roh. Für die Eltern ein Unding. Zudem würde das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmen, monieren sie. Ein Knödel mit Soße sei nicht vollwertig und dürfe nicht 4,50 Euro kosten. Außerdem solle es weniger Fleisch und mehr Gemüse geben. Udo Ockel äußerste sich dahingehend zurückhaltend. Die Auswahl des Essens sei Sache des Caterers und der Nachbarschaftshilfe, die die Mittagsbetreuung und die Essensausgabe organisiert.

Handwerkliche Fehler in der Küche

Die Vorsitzende Maria Wollny sagte, dass in der ersten Zeit des Caterers, der seit Juli Essen liefert, die „Qualität ungenügend“ gewesen sei. Derzeit laufe es besser, angeblich , weil es personelle Konsequenzen in der Küche von St. Zeno gegeben habe, was die Stiftung auf Nachfrage bestätigt. Ein Sprecher räumte „handwerkliche Fehler in der Küche ein“. Es habe interne Konsequenzen gegeben und es werde alles getan, um solche Fehler, die gar nicht erst passieren dürften, zu verhindern. Über die Auswahl des Essens lasse sich immer streiten, sagte der Sprecher.

Die Erhöhung des Essensgeldes auf 4,50 Euro hält Wollny, die für die CSU im Marktgemeinderat sitzt, zwar für kritisch. Dennoch müssten das Essen und insbesondere die hohen Personalkosten von etwa 42 000 im Jahr, wie die Gemeinde mitteilt, beglichen werden. Die Nachbarschaftshilfe finanziert diese über die Gemeinde und die Eltern. „Wir haben oft 6000 Miese gemacht“, erzählt Wollny, die seit 21 Jahren ehrenamtlich in der Nachbarschaftshilfe arbeitet. Eltern wollten oder konnten Beträge für Essen nicht bezahlen, ein Inkasso-Unternehmen musste das Geld eintreiben.

Essen im Müll

Barbara Blanc vom Elternbeirat will „das gute Verhältnis zur Nachbarschaftshilfe“ nicht strapazieren. Es gehe vielmehr darum, die Eltern bei einer Preiserhöhung vorher an einen Tisch mit Schule und Caterer zu holen und darüber zu reden. Auch was die Portionsgrößen angeht. Bisher konnten nur normale Portionen bestellt werden, für Mittelschüler sei das in Ordnung, für Grundschüler zu viel; es wurden Berge an Essen weggeschmissen. Zahlen musste jeder das selbe: bisher vier Euro. 

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