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Gespanntes Warten auf die Abi-Zeugnisse: Schlussfeier im Gym nasium Kirchseeon. 

Abi-Feier in Kirchseeon

Schule darf auch Spaß machen

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Außerirdisch war der Einzug der Abiturienten im Gymnasium Kirchseein. Das Symphonieorchester spielte kraftvoll „Das Imperium schlägt zurück“. Die Absolventen schritten die große Treppe in der Aula herab und dann über den roten Teppich.

Kirchseeon – Fröhliche Stimmung überall. Dazu passte auch die Rede von Schulleiterin Simone Voit. Sie fragte, ob man in einer Schule überhaupt Spaß haben darf, angesichts eines Schreckgespenstes einer Spaßgesellschaft? Wäre das nicht der Untergang des Abendlandes. Gelte denn nicht: Wer Spaß hat, ist nicht ernst zu nehmen.

Aber Voit plädierte für die Freude und verwies auf wissenschaftliche Studien. Zudem nahm sie auch ihre Kollegen in die Pflicht: „Wenn der Lehrer keinen Spaß in der Schule hat, haben es auch nicht die Schüler.“ Dass dies der richtige Weg sei, bewiesen die Ergebnisse der Kirchseeoner Abiturprüfungen. Die Schulleiterin verwies darauf, dass Ironie eine Fähigkeit sei, über den Tellerrand zu blicken. In diesem Zusammenhang erinnerte Voit an den legendären Loriot-Abend der Schule. Dazu gab es auch einige Szenen auf Video. Den Absolventen gab Voit mit auf den Weg: „Behaltet Eure Leichtigkeit.“

Die Freude war den Abiturienten auch bei den diversen musikalischen Darbietungen anzumerken, beim Medley des Oberstufenchores oder bei „The Bare Necessities“ zu deutsch „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ der Big Band. Schwungvoll die Einlage der international erfolgreichen Boogie-Woogie-Tänzer Theresa Sommerkamp und Elian Preuhs.

In ihrer Rede gaben sich die Abiturienten Helena Schormann und Peter Gratz nachdenklich. Sie stellten die Frage, was denn die Abiturnote über einen Menschen aussage. Sei einer mit einem schlechteren Schnitt faul und eher durchschnittlich intelligent. Und sie dachten über Egoismus, Individualismus, Persönlichkeitsentwicklung und das breite Angebot am Gymnasium Kirchseeon nach.

Landrat Robert Niedergesäß erinnerte an sein Abiturjahr 1990. Damals sei Deutschland Fußballweltmeister geworden. Aktuell habe er sein Trikot weggepackt. Die Abiturienten seien alle Sieger. Und im Gegensatz zur Nationalmannschaft hätte die Absolventen etwas zu feiern. Kirchseeons Bürgermeister Udo Ockel nahm es sportlich, dass ihm nur eine sehr kurze Redezeit eingeräumt worden war. Er fragte, ob sich denn angesichts des Fachkräftemangels einer der Absolventen für ein Studium an der Beamtenhochschule entschlossen habe. Als sich niemand meldete, war Ockels trockener Kommentar: „Ok, ich wünsche viel Erfolg“.

„Herzlich willkommen im richtigen Leben“, meinte Elternbeiratsvorsitzende Janet Lörner. „Nutzt eure Fähigkeiten und euer Wissen, kombiniert mit gesundem Menschenverstand“, so ihr Rat.

Bei der Übergabe der Zeugnisse wurde deutlich, dass sich viele Schüler zusätzlich engagiert hatten. Dafür gab es Auszeichnungen ebenso wie für gute Abschüsse, teilweise von der G.W.Betz Stiftung. Stiftungsvorstand Gerhard Betz riet den Absolventen mit Stephen Hawkings: Wichtig sei, den Sinn für Wunder zu behalten und nach dem Warum zu fragen.

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