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Haben ordentlich Eindruck hinterlassen: Die Abiturienten des Jahrgangs 2016 vor ihrem verhüllten Gymnasium in Kirchseeon. 

Kirchseeoner begeistern Deutschland

Sensations-Abistreich: WIR haben unsere Schule verhüllt!

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Kirchseeon - Sie dürften DEN Sensations-Abistreich 2016 ausgeheckt haben: Die Abiturienten des Kirchseeoner Gymnasiums haben ihre Schule mit Papier verhüllt. Das begeistert ganz Deutschland.

Beim Wort „Abistreich“ durchzuckt es die Verantwortlichen des Kirchseeoner Gymasiums. Zu gut haben sie noch den Ärger des vergangenen Jahres in Erinnerung, als die Schüler den Mercedes der damaligen Direktorin mit einer Mischung aus Mehl, Wasser und Konfetti „aufgehübscht“ hatten, am Ende von einem Lackschaden in Höhe von mehreren tausend Euro die Rede war und Schlagzeilen die Schule in ein schräges Licht rückten.

Auch dieses Jahr gibt es Schlagzeilen – allerdings ganz anderer Art. Bayernweit und sogar bis zu „Spiegel online“ nach Hamburg drang am Montag die Nachricht vor, dass die Abiturienten 2016 ihre Schule à la Christo verhüllt haben, um gegen die in ihren Augen massive Papierverschwendung an den Bildungseinrichtungen zu protestieren. 11 520 Din-A-4-Blätter befestigten sie mit Klebestreifen an der Holz- und Klinkerfassade, so dass am Ende dort das Boot von „Kabitän Blaubär“ und der Schriftzug „ABI 2016“ zu sehen war. Das Papier stammt aus dem Fundus der Schüler, es ist jenes, das sie in den vergangenen beiden Jahren beschrieben und von Lehrern ausgeteilt bekommen haben.

Die Idee reifte mitten in den Abiprüfungen

Die Idee, die Schule ähnlich zu verhüllen wie Christo einst den Berliner Reichstag, reifte mitten in den Abiturprüfungen vor rund vier Wochen. Das Oranisationsteam, bestehend aus Jonas Glaser, David Bachmann und Jenö Kolbe, schritt zur Tat, organisierte das Papier, Leitern und sogar eine Hebebühne. Am vergangenen Sonntag ging’s in den Endspurt. Jeweils zwölf Schüler beklebten die Fassade gleichzeitig, um 2 Uhr am Montagmorgen war das Werk perfekt.

Die Blätter, die am Schulhaus kleben, seien nur ein Bruchteil dessen, „was tatsächlich von Schülern beschrieben und von Lehrern ausgeteilt wurde. Schätzungsweise 120 000 Blätter könnten alle 138 Schüler zusammen aufbringen“, schätzt Abiturient Jenö Kolbe. Mit dieser Menge könne man einen 13 Meter hohen Stapel aus Papier aufschichten, der immerhin eine halbe Tonne wiege. Das Orga-Team: „Die Botschaft dahinter ist einfach: Der Papierverbrauch im Laufe eines Schuljahres ist enorm – wir wollen Klimaschule 2017 werden und ermuntern daher die nächsten Jahrgängen und auch alle Lehrer, sich mit dem Thema Ressourcenverschwendung konstruktiv auseinander zu setzen. Denn allein das Papier an der Schulfassade hat einen CO2-Fußabdruck von 49,98 Kilogramm.“

Schulleiter: Noch nie etwas in "dieser Dimension" erlebt

Schon jetzt laufe am Gymnasium Kirchseeon im digitalen Zeitalter vieles ohne Papier, doch was gut sei, könne trotzdem noch besser werden.“, so die Botschaft der Schüler, die am kommenden Freitag ihre Abiturzeugnisse in Empfang nehmen werden.

Schulleiter Christian Czempinski sprach gegenüber unserer Zeitung von einer „ganz tollen Aktion kreativer Art“. Die Abiturienten hätten sich etwas überlegt und eine ökologische Botschaft formuliert. Er selbst habe schon viele Abistreiche erlebt, aber noch nie eine Aktion „in dieser Dimension“. Man werde das Geschaffene „dokumentieren und fotografieren“. Und vielleicht könne es ein paar Tage überdauern. Spätestens mit der Schulentlassung der Abiturienten am kommenden Freitag müsse das Kirchseeoner „Christo-Werk“ aber der Vergangenheit angehören.

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