Die „Wettannahmestelle“ an der Bundesstraße 304 in Eglharting ist bei Dunkelheit hell erleuchtet. 
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Die „Wettannahmestelle“ an der Bundesstraße 304 in Eglharting ist bei Dunkelheit hell erleuchtet. 

Streit um Geschäft an der B304

Wettbüro in Eglharting: Kirchseeoner Gemeinderat ist dagegen

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Grund für die Entscheidung sind fehlende Stellplätze am Gelände. Jetzt ist das Landratsamt gefragt.

Kirchseeon/Eglharting – Klare Ansage aus dem Marktgemeinderat Kirchseeon: An der B 304 in Eglharting soll es kein „Wettbüro“ geben. Das Gremium lehnte einen entsprechenden Antrag eines Betreibers auf Nutzungsänderung für eine Gewerbeeinheit ab, eine frühere Metzgerei. Zentrales Argument: Die Stellplätze reichen nicht aus. Interessant: Der Laden läuft bereits, die Debatte um das Projekt zieht sich auch schon über mehrere Monate hin.

Geschäft wurde ohne Beschluss eröffnet

Rückblick: Eine notwendige Nutzungsänderung wurde für die Fläche der ehemaligen Metzgerei bereits 2019 beantragt. Ohne einen Beschluss der Kommune wurde das Geschäft jedoch eröffnet. Der Betreiber betonte damals, es handle sich lediglich um eine „Wettannahmestelle“. Das ist ein juristischer Unterschied.

Ursprünglich ging es bei der Stellplatzfrage wohl in den 1970er-Jahren um das Hotelgebäude, in dem heute im Erdgeschoss ein Restaurant und daneben die frühere Metzgerei – heute das „Wettbüro“ – und ein Tattoo-Studio sind. Einbezogen war auch das Umfeld und ein damals bei der Berechnung der Stellplätze unbebautes Grundstück. Inzwischen stehen dort aber Häuser. Die damaligen Stellplätze fallen bei der Berechnung demnach weg. Der Grundstückseigentümer sei aufgefordert worden, einen aktuellen Stellplatznachweis einzureichen, so das Rathaus. Das sei jedoch bisher nicht geschehen.

Wir müssen das ganz neutral betrachten

Bürgermeister Jan Paeplow (CSU)

Jetzt ist das Landratsamt als übergeordnete Behörde gefragt

„Ich bin kein Freund des Wettbüros“, betonte Gemeinderat Thomas Kroll (SPD). Er wies jedoch auf viele „Unstimmigkeiten“ hin. Es gehe auch um die gewerbliche Nutzung im Umfeld, so sein Argument. „Wie können wir damit künftig umgehen“, so seine Frage. „Wir müssen das ganz neutral betrachten“, betonte Bürgermeister Paeplow (CSU). „Wenn die Stellplätze nicht nachgewiesen werden können, dann geht es eben nicht“, so Gemeinderat Peter Kohl (CSU). So sah das auch der Marktgemeinderat. Im nächsten Schritt ist nun das Landratsamt als übergeordnete Behörde gefragt.

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