Herbert „Harry“ Blöchl blättert zu Hause in Kirchseeon in einem Buch. Jetzt ist er gestorben.
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Herbert „Harry“ Blöchl blättert zu Hause in Kirchseeon in einem Buch. Jetzt ist er gestorben.

Harry Blöchl, der 52 Jahre lang ununterbrochen Kirchseeoner SPD-Gemeinderat war, ist gestorben

Abschied von einem politischen Urgestein

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Harry Blöchl ist tot. Das gab der Kirchseeoner SPD-Ortsverein bekannt. Der 81-jährige engagierte sich 52 Jahre lang ohne Unterbrechung im Marktgemeinderat.

Kirchseeon – Er sei nicht mehr so fit wie in früheren Jahren, schrieb Herbert Blöchl im Februar 2018 an den damaligen Kirchseeoner Bürgermeister Udo Ockel, als er seinen Abschied aus dem Marktgemeinderat ankündigte. „Man muss rechtzeitig sagen: es war schön“, sagte Blöchl, den alle nur „Harry“ nannten, unserer Zeitung. Damals zog er sich nach 52 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zum Gemeinderat aus der Kommunalpolitik zurück.

Jetzt ist Blöchl im Alter von 81 Jahren gestorben, wie die Kirchseeoner SPD am Wochenende via Facebook mitteilte. Blöchl war d a s politische Urgestein der SPD im Landkreis Ebersberg.

Mit 25 Jahren trat er zum ersten Mal an

25 Jahre jung war Blöchl, als er 1966 erstmals zur Gemeinderatswahl antrat. „Das war damals noch das Mindestalter“, erzählte er einst. Mindestalter und Wahltermin kreuzten sich bei ihm genau. Der gebürtige Kirchseeoner war schon immer politisch interessiert. Ausschlaggebend für seine Kandidatur war aber die erfolgreiche Protestaktion gegen die Abholzung des Ebersberger Forsts, bei der Blöchl ganz vornestand. Dann wollte er mehr, er hatte Feuer gefangen.

Seine Partei ist die SPD. Das war Blöchl von Anfang an klar. „Sie ist die einzige demokratische Partei in Deutschland. Die SPD hat sich nie schämen brauchen“, war er zeitlebens stolz auf seine Genossen. Gerne erinnerte er daran, dass die SPD ebenfalls die einzige Partei ist, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Namen behalten durfte, weil sie gegen das Ermächtigungsgesetz Hitlers gestimmt hatte.

Zwei Versuche, Bürgermeister zu werden, scheiterten

Seine Heimatgemeinde Kirchseeon kannte Blöchl in- und auswendig. Die längste Zeit in der Geschichte des Ortes, der 1939 zur Gemeinde erhoben wurde, war Harry Blöchl Gemeinderatsmitglied. Und er konnte mit dem SPD-Ortsverein einige Erfolge feiern. „Es wurden große Wohnsiedlungen gebaut und der Ort wurde verschönert“, erinnerte er sich bei einem Gespräch mit unserer Zeitung im Jahr 2013. Die richtig fetten Jahre, waren für ihn natürlich die 24 Jahre, in denen ein Genosse Gemeindeoberhaupt war. Zuerst Fritz Arnold, dann Ursula Bittner. Dazwischen wäre er selbst gerne dran gewesen. Seine beiden Kandidaturen blieben aber erfolglos. Das fuchste ihn, aber nicht lange. Er sei nicht der Typ, der sich über Vergangenes ärgere.

Blöchl war nicht nur mit seiner SPD „verheiratet“. An seiner Seite stand immer seine Frau Aloisia, mit der er vor knapp zwei Jahren 60. Hochzeitsjubiläum feierte. Zusammen haben sie sie eine Tochter und drei Enkel.

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