Für das Foto hat Leonie ihr neues Ölzeug schon mal angezogen.
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Für das Foto hat Leonie ihr neues Ölzeug schon mal angezogen.

Leonie nimmt an „Klassenzimmer unter Segeln“ teil

Statt Klassenzimmer: Kirchseeonerin (15) segelt in die Karibik

  • Susanne Edelmann
    VonSusanne Edelmann
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Leonie Friedmann (15) scheut kein Abenteuer: Die Kirchseeonerin nimmt am „Klassenzimmer unter Segeln teil und wird dabei bis in die Karibik segeln.

Kirchseeon - Vor zwei Jahren machte die damals 13-Jährige Schlagzeilen, weil sie sich gut 40 Zentimeter ihrer schönen langen Haare abschneiden ließ, um daraus Perücken für krebskranke Kinder fertigen zu lassen. Nun hat Leonie schon wieder ein aufregendes Projekt: Sie wird ein halbes Jahr lang an „Klassenzimmer unter Segeln“ teilnehmen und dabei bis in die Karibik segeln.

Leonie ist eine von 34 Schülerinnen und Schülern, die zwischen Oktober 2021 und April 2022 das heimische Klassenzimmer gegen Kajüte, Kombüse und Deck des Dreimast-Toppsegelschoners „Thor Heyerdahl“ tauschen werden. Unterrichtet werden die Jugendlichen an Bord in den gängigen Hauptfächern, der Lehrplan orientiert sich an der 10. Jahrgangsstufe bayerischer Gymnasien. Aber auch Spanisch und Portugiesisch stehen auf dem Stundenplan, schließlich geht die Reise, die in Kiel startet, nach Teneriffa und zu den Kapverdischen Inseln, dann quer über den Atlantik bis zu den Kleinen Antillen und über die Azoren zurück nach Kiel - immer vorausgesetzt, die Route muss nicht pandemiebedingt geändert werden.

Keine Angst vor Seekrankheit

Bei den Landgängen werden die jungen Leute nicht nur Sehenswürdigkeiten abklappern, sondern sie sollen Land und Leute kennenlernen. „Auf Dominica werden wir zum Beispiel an einem Hilfsprojekt teilnehmen, das dort nach einem Hurrikan beim Wiederaufbau hilft“, erzählt Leonie. Hat sie keine Angst, dass sie seekrank werden könnte? „Das ist sogar sehr wahrscheinlich“, schmunzelt sie. In der Vorbereitung wurde ihr gesagt, dass etwa 90 Prozent aller Teilnehmer erst einmal seekrank werden, bevor sie sich an den Wellengang gewöhnen.

Normalerweise gibt es vor der eigentlichen Reise einen einwöchigen Probetörn auf der Ostsee, doch der konnte diesmal wegen Corona nicht stattfinden. Stattdessen gab es Videokonferenzen zur Vorbereitung, dort hat Leonie auch ihre künftigen Mitreisenden schon etwas kennengelernt. Trotzdem: „So lange auf engstem Raum miteinander zu leben, wird sicher eine Herausforderung.“

Mitnehmen darf sie nur einen Rucksack und einen Seesack, da hinein müssen Kleidung, Schulsachen, Bettwäsche, Schlafsack und persönliche Gegenstände. Ein Handy darf sie mitnehmen, aber nur an Land benutzen. Angst vor Heimweh hat sie aber nicht: „Ich war letztes Jahr sechs Monate auf Schüleraustausch in Frankreich. Vorher hätte ich mir das nicht zugetraut, aber dieses halbe Jahr hat mir viel gebracht. Und es reizt mich, Neues kennenzulernen. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet.“

Infos zum Projekt „Klassenzimmer unter Segeln“ gibt es hier.

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