Huber (CSU) kritisiert Untätigkeit

Bahnlärm: Fünf Forderungen an Bund und Bahn

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Der Brennerbasistunnel wird eine Menge Bahnverkehr anziehen, der auch die Zugfrequenz quer durch den ganzen Landkreis Ebersberg drastisch erhöhen wird. Die Menschen fürchten sich vor dem zusätzlichen Lärm.

Kirchseeon/Zorneding - Zu welchem Datum der Brennerbasistunnel genau in Betrieb genommen wird, steht noch nicht fest. Das ist für die Arbeitskreise aus Kirchseeon und Zorneding auch unerheblich. Denn der Zeitpunkt, gegen den drohenden Anstieg des Bahnlärms etwas zu unternehmen, ist genau jetzt. Das sieht auch der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber aus Grafing so. Er hat deshalb fünf Forderungen an die Bahn gerichtet. Kernaussage: „Die zu erwartende, erhöhte Lärmbelastung für die Anwohner darf nicht kleingeredet werden.“

Für den Stimmkreisabgeordneten bewegt sich bei diesem Thema entschieden zu wenig. Die Rückmeldungen von Bund und Bahn auf seine Vorstöße „haben mich nicht zufriedengestellt. Ich verstehe auch nicht, warum entlang der Bahnlinien im Landkreis Ebersberg weniger Lärmschutz errichtet wird, als andernorts“, kritisiert er, denn Zahlen lägen bereits auf dem Tisch: „Die prognostizierte Belastung durch den erhöhten Zugverkehr macht es zwingend erforderlich, dass ein zusätzlicher Lärmschutz errichtet wird, und zwar nach den heutigen Maßstäben für einen Neubau.“ Huber stellt sich damit hinter den Kirchseeoner Arbeitskreis „Bahnlärm“ um die Initiatorin Susanne Höpler und die AG „Bahnlärm“ aus Zorneding unter der Leitung von Peter Pernsteiner.

Die Bayerische Ministerin für Bau und Verkehr, Ilse Aigner antwortete auf ein Schreiben Hubers, in dem er die Staatsregierung um Informationen über den derzeitigen Planungsstand aufforderte, so: Auf Grafinger Gemeindegebiet würden 680 Meter Lärmschutzwand errichtet und auf dem Gebiet der Gemeinden Vaterstetten und Zorneding auf rund 3,8 Kilometer Streckenlänge Schienenstegdämpfer montiert. In Kirchseeon, wo bereits im Zuge des S-Bahn-Ausbaus Lärmschutzwände errichtet wurden, erfolge eine verstärkte akustische Schienenpflege durch häufigeres Schleifen. Reicht das bereits aus?

Huber begrüßt es zumindest, dass sich der Freistaat „freiwillig und ausnahmsweise an den Kosten der zusätzlichen Lärmsanierung beteiligt hat, obwohl er für Schienenwege des Bundes nicht zuständig ist. Ohne die Beteiligung des Freistaats wäre aber der Bund gar nicht erst tätig geworden.“

Die Forderungen Hubers an die Bahn im Einzelnen:
1. Rasche Umsetzung von Schienenstegdämpfern in allen Landkreisgemeinden entlang des Brennernordzulaufs. 2. Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen wie bei heutigen Neubaustrecken üblich.
3. Verbesserte Informationspolitik gegenüber Bürgerinnen und Bürgern nach Vorbild Rosenheims mit Einrichtung eines Infobüros (z.B. Nutzung leer stehender Räume im Bahnhofsgebäude in Grafing-Bahnhof) und Gründung eines Planungsdialogs.
4. Erstellung eines neuen erweiterten Lärmgutachtens.
5. Frühzeitige Planung und rasche Umsetzung aller Maßnahmen. Huber dazu ergänzend: „Man muss nicht warten, bis am südlichen Ende des Brenner Nordzulaufs alle Lösungen fertig auf dem Tisch liegen. Die Interessenslagen bei uns im Landkreis sind oftmals andere als im Landkreis Rosenheim“.

In Ebersberg gebe es einen gültigen Kreistagsbeschluss mit klaren Wünschen, die es frühzeitig zu diskutieren gelte, so Huber. Der Stimmkreisabgeordnete kündigte an, sich auch „engmaschig“ mit seinem Kollegen im Bundestag, Andreas Lenz (CSU) abzustimmen und „gemeinsam für einen deutlich verbesserten Lärmschutz zu kämpfen“.

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