Bahnlärm macht den Kirchseeonern zu schaffen.

Kirchseeoner fordern neue Expertise

Bahnlärm: Gutachter sollen nachrechnen

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Die Nachberechnung der Machbarkeitsuntersuchung zum Bahnlärm fordern zwei Kirchseeonerinnen und suchen Interessenten zur Gründung eines Arbeitskreises. Sie zweifeln die Aussagen des Gutachtens an.

Kirchseeon– Zwei Frauen aus Kirchseeon machen mobil und haben sich in einem Brief auch an den CSU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz gewandt. Erreichen wollen die Bürgerinnen zusätzlichen Lärmschutz an der Bahn. Der Abgeordnete kündigte gegenüber derEbersberger Zeitungan, den Gutachter, ein von der Bahn beauftragtes externes Büro, zu kontaktieren mit der Bitte, nochmals nachzurechnen. Das Ergebnis soll danach transparent präsentiert werden. Auch mit dem neuen Bundes-Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will Lenz zeitnah über das Thema reden. Grundsätzlich spricht sich der Stimmkreisabgeordnete für mehr Lärmschutz an der Bahnlinie aus.

Die Initiatorinnen wollen zudem eine aktivere Gemeindepolitik zur Minderung des Bahnlärms in der Kommune erreichen. Sie stellten den Antrag zur Gründung eines Arbeitskreises durch den Marktgemeinderat, dem der Bürgermeister, Gemeinderäte, Vertreter der Verwaltung und interessierte Bürger angehören sollen.

Das lehnte das Gremium aus formalen Gründen ab. Die Rathausverwaltung verwies auf die Gemeindeordnung, die die Form des beantragten Arbeitskreises nicht kenne. Falls sich jedoch auf privater Basis ein Arbeitskreis gründen sollte, würde das die Kommune logistisch unterstützen, wie Bürgermeister Udo Ockel im Marktgemeinderat betonte. „Genauso wie wir auch den Arbeitskreis Soziales unterstützen.“

Diese Unterstützung nehmen die Initiatorinnen gerne an. „Derzeit sind wir noch ein kleiner Kreis.“ Aber es gebe viele Interessenten. Und weitere Interessierte seien stets willkommen. Der Arbeitskreis soll am Dienstag, 8. Mai, ab 20 Uhr im Kirchseeoner Generationen Café „Café zam“, Münchner Str. 8, gegründet werden.

Die Initiatorinnen begründen ihren Vorstoß damit, dass der Bahnlärm bereits heute die Grenzen des zumutbaren überschreite. Die Lärmschutzwände, die beim S-Bahn-Ausbau in den 1990er Jahren errichtet wurden, genügten den heutigen Anforderungen nicht mehr. Die Initiatorinnen weisen zudem darauf hin, dass laut Ankündigung des bayerischen Verkehrsministers Joachim Hermann die Anzahl der Güterzüge auf der Inntalstrecke verdoppelt werden soll. Sie soll von 100 auf 200 Züge pro Tag steigen.

„So sehr eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene wünschenswert ist, so sollen dabei die Bedürfnisse der Bürger an der Bahnlinie nicht vergessen werden“, heißt es in dem Antrag an den Gemeinderat. Lärm sei nicht einfach nur belästigend, sondern Lärm führe zu zahlreichen Erkrankungen und vielen vorzeitigen Todesfällen. Durch die geplante Intensivierung des Schienenverkehrs werde dieses Problem in Kirchseeon in Zukunft noch massiver werden. Immer mehr Kirchseeoner sähen die Entwicklung mit Sorge.

Nachdem an dieser Bahnlinie in anderen Bereichen schon umfassende Lärmschutzmaßnahmen durchgesetzt worden seien, sei es an der Zeit, dass auch Kirchseeon im Verbund mit Nachbargemeinden aktiv werde, so die Forderung. Dazu schlagen die Initiatorinnen vor, Aktionen und Forderungen mit andren Kommunen im Landkreis zu erarbeiten.

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