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Größte Altlast des Landkreises ist verkauft

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Von: Michael Acker

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Turm und Haus auf dem Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks in Kirchseeon. Die Fläche mitten im Ort ist belastet und liegt seit Jahrzehnten brach.
Turm und Haus auf dem Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks in Kirchseeon. Die Fläche mitten im Ort ist belastet und liegt seit Jahrzehnten brach. © Roßmann

Eine der größten Altlasten Bayerns und die größte Altlast des Landkreises Ebersberg haben einen neuen Eigentümer. Das ehemalige Bahnschwellenwerk in Kirchseeon ist verkauft.

Kirchseeon – Das 165 000 Quadratmeter große und mit Quecksilber und Teeröl verseuchte Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks in Kirchseeon ist an den Hamburger Projektentwickler ECE verkauft worden. Entsprechende Informationen der Ebersberger Zeitung bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag, 5. April. ECE will in Kirchseeon ein neues Areal für eine „städtebauliche Nutzung“ schaffen. Heißt im Klartext wohl: Wohnen, Gewerbe und öffentliche Flächen.

Bahnschwellenwerk: Unternehmen überzeugt von Qualität des Standorts

ECE sei von der Qualität des Standorts Kirchseeon überzeugt, sagte Firmensprecher Lukas Nemela auf Anfrage. Seit 2021 erarbeitet der Hamburger Investor, der 1965 von Versandhauspioniert Werner Otto gegründet wurde, eigenen Angaben zufolge Ideen und Konzepte für die Riesenfläche in Kirchseeon. Es gab schon vor dem Kauf des Grundstücks vom bisherigen Eigentümer Iveco einen Workshop mit dem Kirchseeoner Marktgemeinderat. Gemutmaßt wurde im Anschluss über bis zu 3000 Wohnungen, die auf dem Gelände entstehen könnten.

Zahlen, die Firmensprecher Nemela zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bestätigt. „Details, insbesondere was die Anzahl von Wohnungen und die Art und den Umfang weiterer Nutzungen angeht, stehen in der aktuellen Konzeptphase somit, ebenso wie eine Umsetzung des angedachten Projekts, nach wie vor nicht fest“, sagt er weiter. Die erste Konzeptidee sehe eine gemischte Nutzung vor, „die als integraler Bestandteil der Ortsentwicklung neben Wohnungen auch verschiedene Gewerbeflächen und zahlreiche öffentliche Nutzungen umfassen würde“.

Bahnschwellenwerk: Konkrete Planungsansätze erst in den nächsten Monaten

Erste konkrete Planungsansätze für eine mögliche Nutzung und Gestaltung des Areals würden erst in den nächsten Monaten vorliegen. Bis dahin solle es einen weiteren Workshop mit dem Gemeinderat geben, bei dem offene Fragen bearbeitet und diskutiert werden sollen. „Sobald erste konkrete Vorschläge vorliegen, wollen wir dazu selbstverständlich auch in den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern gehen“, verspricht Nemela.

Voraussetzung dafür, dass auf dem Gelände überhaupt etwas geschieht, ist dessen Sanierung. ECE hat nach eigenen Angaben „professionelle Unternehmen“ eingeschaltet, die ein Sanierungskonzept erarbeiten. Dies solle in den nächsten Monaten vorliegen und als Basis für einen genauen Sanierungsplan dienen, der dann auch den genauen Maßnahmenplan und den zeitlichen Ablauf beinhalte, hieß es.

Bürgermeister Paeplow gibt sich vorsichtig bis bedeckt

Kirchseeons Bürgermeister Jan Paeplow gab sich auf Anfrage eher vorsichtig bis bedeckt. Für den Markt sei es angesichts der Belastung des Geländes wichtig, einen Investor zu haben, der weiß, auf was er sich einlässt.

Wenn das Gelände entwickelt werde, könne ein Stück Geschichte zurückgeholt werden, sagte er in Anspielung auf die lange Historie des Bahnschwellenwerks, die bis ins Jahr 1868 zurückreicht. Gleichzeitig warnte Paeplow vor überzogenen Erwartungen. Das sei kein Bauen auf der grünen Wiese. Deswegen solle man sich auch nicht in Gerede von einem neuen Quartier verfallen. Das belastete Gelände liege mitten im Ort. Seine Bebauung hätte in den Augen Paeplows Einfluss auf das gesamte Kirchseeon, ein bayernweit wohl einzigartiges Projekt.

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