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Bürgerinitiativen Brennernordzulauf: Arbeitskreis „Bahnlärm Kirchseeon“

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Von: Helena Grillenberger

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Ein Anliegen haben Susanne Höpler und ihre Mitstreiter: dass Kirchseeon ordentlichen Lärmschutz bekommt.
Ein Anliegen haben Susanne Höpler und ihre Mitstreiter: dass Kirchseeon ordentlichen Lärmschutz bekommt. © Stefan Roßmann

Drei Bürgerinitiativen zum Brennernordzulauf haben sich im Landkreis Ebersberg gebildet. Sie werden von drei Frauen geleitet, die eins gemeinsam haben: Sie möchten ihre Heimat schützen. Dabei verfolgen sie unterschiedliche Ziele – zwei der Initiativen sogar gegenteilige Interessen.

Die Artikel zur Bürgerinitiative „Schützt Aßling und das Atteltal“ und zur „Bürgerinitiative Brennernordzulauf Landkreis Ebersberg“ gibt‘s hier.

Kirchseeon – Eine Forderung hat der „Arbeitskreis Bahnlärm Kirchseeon“. Und der lautet: „Lärmschutz nach Neubaustandard.“ Denn durch Kirchseeon soll für den Brennernordzulauf der Takt auf der Bestandsstrecke verdichtet werden. Ein Gesetz, mit dem das Anrecht auf vollwertigen Lärmschutz gesichert ist, gibt es aber nur für Neubauten oder wesentliche Änderungen.

„Wir kämpfen schon seit Ewigkeiten, dass die Maßnahmen als wesentliche Änderung anerkannt werden“, erklärt Susanne Höpler vom Arbeitskreis. „Weil sich der Zugverkehr nahezu verdoppeln wird.“ Dabei leiden heute schon knapp die Hälfte aller Kirchseeoner unter Bahnlärm über dem, was bei Neubaustandard erlaubt wäre, sagt die Tiermedizinerin. „Heute schon! Mit diesen Zugzahlen!“ Ist der Brennernordzulauf erst mal fertig, sollen 400 Züge am Tag durch Kirchseeon fahren. „Die Bahn tut das als reine Prognose ab, aber das ist das, worauf die Länder sich geeinigt haben in der sogenannten Brenner Corridor Platform.“

Arbeitskreis besteht schon seit vier Jahren

Seit vier Jahren setzt sich der Arbeitskreis deshalb nun schon dafür ein, von der Bahn zu erfahren, wie viele Züge im Endeffekt durch den Ort fahren werden. „Das wissen die ja genau“, meint Höpler. „Und wir wollen eine Betriebssimulation – wie viele Züge fahren wirklich, wie viele können überhaupt fahren?“ Doch seit vier Jahren erkläre die Bahn stattdessen immer wieder, erst noch andere Berechnungen anstellen zu müssen, bevor sie den Kirchseeonern genaue Informationen zur Verfügung stellen könne.

„Wir werden immer weiter nach hinten verschoben. Und wir kriegen keinen Lärmschutz“, sagt die Kirchseeonerin. Dabei müssten die Zahlen, mit denen die Bahn für Kirchseeon beim Brennernordzulauf gerechnet habe, schon seit vier Jahren angepasst werden, erklärt Höpler weiter. Die 400 Züge, mit denen für Neubaugleise gerechnet werde, und die auch auf den Gleisen in Kirchseeon fahren werden, hätten in der Berechnung keinen Platz gefunden.

700 Unterschriften an Verkehrsminister geschickt

Zwei Landtagsbeschlüsse gebe es, dass auch der Kirchseeoner Abschnitt Lärmschutz nach Neubaustandard bekomme. „Aber entscheiden tut’s der Bund“, sagt Höpler. „Und da kriegen wir keinerlei Signale, dass da in irgendeiner Weise unsere Problematik gesehen und wahrgenommen wird.“ 700 Unterschriften hat der Arbeitskreis bereits an Andreas Scheuer (damals noch Verkehrsminister) geschickt. Eine Antwort haben sie nicht bekommen.

„Bevor wir schauen, sind wir abgehakt und haben überhaupt keine Chance mehr, noch irgendwas einzubringen und zu verändern“, befürchtet Höpler. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.“

Höpler: Verkehr soll auf die Schiene, aber „bitte mit Lärmschutz“

Ihre große Sorge: Alle Entscheidungen könnten bereits getroffen sein, bevor die Betroffenen merken, was auf sie zukommt. Deshalb ist der Arbeitskreis auch bereit, seine Erfahrungen und Informationen mit den Nachbarorten zu teilen. Denn nicht nur Kirchseeon wird unter dem zunehmenden Bahnlärm leiden: Auch Zorneding, Vater-stetten, Baldham und Haar sind betroffen.

Der Klimaschutz ist wichtig, weiß Höpler, und „es sollen von mir aus Züge noch und nöcher fahren. Aber bitte mit Lärmschutz. Nicht auf Kosten der Bürger und nicht auf Kosten der Ortschaften.“

Höpler: „Entscheidungen werden jetzt getroffen“

Die größte Aufgabe des Arbeitskreises sieht sie daher darin, Bewusstsein für die Situation zu schaffen. „Zu handeln kann nicht verschoben werden! Die Entscheidungen werden jetzt getroffen.“

Die BI im Netz: bahnlaerm-kirchseeon.de

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