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Freude über den sanierten Turm: (v.l.) Thomas Oberhauser (in der Kirchenverwaltung für die Kirche in Buch zuständig), Peter Kohl (Kirchenpfleger der Pfarrei St. Joseph Kirchseeon, zu der Buch gehört) und Verwaltungsleiter Christian Doerr, der mehrere Pfarreien betreut. 

Turm der Bucher Kirche ist saniert – Nächster Schritt wäre das Dach, und das wird teuer

Der große Brocken kommt aber erst noch

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Der Kirchturm in Buch (Gemeinde Kirchseeon) erstrahlt in neuem Glanz. Die Statik wurde überprüft, teilweise wurden verstärkende Eisen eingesetzt.

Buch – Auch das Zwiebeldach wurde saniert. Zudem wurde am Mauerwerk gearbeitet und der Putz ausgebessert. Dazu kam ein neuer Anstrich. Dabei orientierten sich die Verantwortlichen an früheren Farbschichten, die freigelegt wurden, wie Christian Doerr erklärt, Verwaltungsleiter für den Pfarrverband Steinhöring, die Pfarrei St. Joseph Kirchseeon und die Pfarrei St. Sebastian Ebersberg. Er ist auch für die Kirche in Buch verantwortlich. Kosten der Maßnahme am Turm: rund 100 000 Euro, finanziert durch die Kirchenstiftung St. Joseph und einen Zuschuss der Marktgemeinde.

Turmsanierung nur erster Bauabschnitt

Doch die Sanierung des Turms war nur der erste Bauabschnitt. In den kommenden Jahren soll auch das Kirchenschiff saniert werden. „Da gibt es erhebliche Mängel“, sagt Thomas Oberhauser, in der Kirchenverwaltung für die Filialkirche in Buch zuständig.

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Im über 300 Jahre alten Gotteshaus findet einmal pro Monat ein Gottesdienst statt. Dazu kommen Beerdigungen. Trauungen gibt es kaum mehr. „Es gibt ausreichend klassische Hochzeitskirchen in der Umgebung“, so Doerr. Dennoch bleibt die Kirche ein markantes Bauwerk im Dorf und ein zentraler Ort, auch für das eigene Selbstverständnis. „Es gibt keine Wirtschaft mehr“, so Kirchenpfleger Peter Kohl, außer den Vereinsräumen von Schützen und Feuerwehr. Die Kirche bleibt als Symbol. „Wir haben die Verpflichtung die Kirche für die Zukunft zu sichern“, so Doerr. Und das gehe nur mit viel ehrenamtlichen Engagement vor Ort, wie es in Buch vorhanden sei.

Es redet auch der Denkmalschutz mit

Es stehen noch eine ganze Reihe von Arbeiten an. Unter anderem geht es um das Dach. Eine der Überlegung: Von außen aufmachen und den Dachstuhl sanieren. Da redet auch der Denkmalschutz mit. „Das Dach sollte in absehbarer Zeit gemacht werden“, so Kohl. Der Dachstuhl ist derzeit notgesichert und stabil. Eine Gefahr geht davon nicht aus. Oben an der Mauer in der Verbindung zum Dach muss auch etwas getan werden. „Das ist aufwendig“, so die Verantwortlichen. Dann stellt sich auch noch die Frage, ob grundsätzlich neu eingedeckt werden muss, oder ob die alten Schindeln weiter verwendet werden können. Wenn das fertig ist, steht eine Sanierung der Außenfassade an. Die Planungen zu all diesen Arbeiten laufen schon seit ein paar Jahren. Die letzte Sanierung war vor rund 40 Jahren. „In solchen Abständen muss immer etwas getan werden“, erklärt Doerr. Dazwischen müsse aber auch immer etwas gemacht werden. „Das ist eine Daueraufgabe.“ Beispielsweise ist derzeit die Empore gesperrt. Der Boden ist teilweise ausgebaut. Der Grund: Tragende Balken sind teilweise morsch. Die müssen ausgetauscht werden. Dabei geht es um die Sicherheit. In einem Nebenraum war die Wand in einem Teilbereich so feucht, dass bereits Moos wucherte. Dort wurde der Putz bis auf das Mauerwerk abgeschlagen. Das kann über den Winter trocknen. Danach, im Frühjahr, wird saniert. Im Kirchengestühl ist der Holzwurm tätig. Die gebohrten Löcher sind offensichtlich. Hier muss regelmäßig eingegriffen werden.

Derzeitige Schätzung: 400.000 Euro

Die Gesamtmaßnahme mit Dach und Außenfassade wird eine erhebliche Summe kosten. Derzeitige Schätzung: 400 000 Euro. Das kann die Kirchengemeinde nicht mehr selbst schultern und darf es nach den kirchlichen Vorgaben auch gar nicht. Vonseiten des Ordinariats sind Zuschüsse zu erwarten. Die Frage ist nur wann. Die Vergabe des Geldes richtet sich nach einer Liste. Und dort stehen kleinere Filialkirchen weit hinten. „Wir müssen Gespräche führen, inwieweit man Buch priorisieren kann“, so Doerr. „Ansonsten müssen wir uns kreative Lösungen suchen.“ Was das sein könnte, ist noch nicht klar.

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