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Übergabe: Der bisherige Bürgermeister Udo Ockel legt seinem Nachfolger Jan Paeplow die Amtskette um.

Stellvertretende Bürgermeister in Kirchseeon 

Vize-Wahl in Kirchseeon: Paeplow hätte es gerne anders gehabt

  • Robert Langer
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Es war spannend: Die Bürgermeister-Stellvertreter in Kirchseeon stehen fest. Gewählt wurden Klaus Seidinger (UWG) und Andrea Oberhauser-Hainer (Grüne).

Kirchseeon – Alle drei aktuellen Bürgermeister der Marktgemeinde Kirchseeon hatten sich bei der Kommunalwahl um den Chefsessel im Rathaus beworben. Gewonnen hatte Jan Paeplow (CSU), der jetzt in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates vereidigt wurde. Als Stellvertreter wurden seine ehemaligen Gegenkandidaten Klaus Seidinger (UWG) und Andrea Oberhauser-Hainer (Grüne) gewählt. Es war spannend.

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Festhalten an der bisherige Konstellation

Paeplow hätte lieber die bisherige Konstellation beibehalten, nämlich Barbara Burgmayr-Weigt (CSU) als Vize und Klaus Seidinger (UWG) als 3. Bürgermeister. Man solle das Parteidenken außen vor lassen, hatte Paeplow erklärt und zudem auf das Anforderungsprofil für die Stellvertreter verwiesen. Eine „gewisse Erfahrung“ sei notwendig.

Weitere Informationen:   Gemeinderatswahl 2020 in Kirchseeon: SPD verliert in ihrer einstigen Hochburg

Vorschlag der CSU

CSU-Fraktionssprecher Paul Hörl schlug die bisherige Vize-Bürgermeisterin Burgmayr-Weigt vor. Sie sei hoch motiviert und kenne die Marktgemeinde sowie die Verwaltung. Für die UWG sprach sich Christian Eringer mit Hinweis auf das gute Wahlergebnis für Klaus Seidinger aus, der in der Stichwahl Paeplow unterlegen war. Das Ergebnis war eindeutig: 15 zu 10 Stimmen für Seidinger.

Klaus Seidinger (UWG) wird Vize

Drei Kandidaten gab es dann für die Wahl zum 3. Bürgermeister. Hörl schlug erneut Burgmayr-Weigt vor, die Grünen nominierten Andrea Oberhauser-Hainer, die SPD den langjährigen Gemeinderat Thomas Kroll. Im ersten Wahlgang erzielten die beiden Frauen das gleiche Ergebnis, Kroll lag knapp dahinter. Da keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit erreicht hatte, kam es zur Stichwahl. Hier setzte sich die Grüne Oberhauser-Hainer mit 14 zu 11 durch.

Stichwahl um weitere Stellvertreterin 

Kommunikation: 3. Bürgermeisterin Andrea Oberhauser-Hainer und Vize-Bürgermeister Klaus Seidinger.

Paeplow hatte in der Eingangsrede zu seiner ersten Marktgemeinderatssitzung auf die besondere Situation in Corona-Zeiten hingewiesen. „Ich weiß nicht, ob es in der Geschichte von Kirchseeon so etwas schon gegeben hat.“ Die Mitglieder des Marktgemeinderates hätten eine verantwortungsvolle Aufgabe. Das oberste Ziel sei die Entwicklung des Marktes zum Wohle der Menschen. Das dürfe man niemals aus den Augen verlieren, auch gerade in schwiegen Zeiten. „Ich bin überzeugt, wir werden es schaffen.“ Er wünschte sich eine konstruktive, an der Sache orientierte Zusammenarbeit mit „Kreativität und Öffnung für neue Gedanken“. Dabei müsse man selbstverständlich die Finanzen im Blick behalten. Veränderungen sollte es aber nicht nur wegen der Veränderung geben. Motto: „Gutes erhalten, Neues gestalten.“ Als wichtig für den Umgang im Gremium wünschte sich der neue Bürgermeister, dass, trotz unterschiedlicher Meinungen, „wir uns weiter in die Augen schauen können und bei aller Ernsthaftigkeit den Spaß nicht verlieren“.

Hintergrund: Kein Sieger, aber zum Teil große Unterschiede zu erkennen

Mahnende Worte

Die Vereidigung des neuen Bürgermeisters war die Aufgabe des ältesten Mitglieds im Gemeinderat, Bernhard Buckl (Grüne). Er nutze dies für nachdenkliche Anmerkungen und einen Appell. Buckl verwies auf in der Krise schwindende Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Bedenklich fand er, dass nach seinem Wissen kein Mitglied des Marktgemeinderates Kirchseeon im Kreistag Ebersberg vertreten sei. Dabei stünden wichtige Entscheidungen an, wie die Erweiterung des Gymnasiums.

Blumenstrauß allen Farben der Fraktionen.

Einfluss könne man nur nehmen, wenn der Rat geschlossen auftrete. Ein Symbol dafür: Buckl überreichte an den neuen Bürgermeister einen Blumenstrauß mit Blüten in allen Farben der Fraktionen.

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