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„Kein böses Wort“ gab es bei der Bürgerversammlung in der ATSV-Halle.

Bürgerversammlung Kirchseeon

Schlechte Straße hält Verkehr fern

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Kirchseeon  - Die Debatte um die Südumfahrung der B 304 und zwei kleinere Straßenärgernisse waren Thema bei der Kirchseeoner Bürgerversammlung.

Das Bundesstraßenprojekt war erst kürzlich in der Vorlage des Bundesverkehrswegeplans herabgestuft worden und hat nun wohl in den kommenden Jahren keine Chance auf Umsetzung mehr (wir berichteten). Er habe diese Entwicklung aus der Zeitung erfahren, so Ockel in der Versammlung. Dass eines der Argumente für diesen Schritt gewesen sein soll, dass man sich vor Ort nicht einig sei, könne er nicht akzeptieren, so der Bürgermeister. Es habe eine – wenn auch kleine – Mehrheit für das Projekt gegeben. Die Einschätzung der Verkehrssituation in Kirchseeon bei den Verantwortlichen laute wohl: „Das passt schon so.“ Anders könne er die aktuelle Entscheidung nicht übersetzen, so der Bürgermeister. Die Gemeinde könne aber auch keine kommunale Entlastungsstraße bauen, wie dies Hohenlinden gemacht habe.

Die unbefriedigende Situation der Straße im Moos (Osterseeon) brachte erneut Bernhard Bockel aufs Tapet. Dort habe es eine große Begehung gegeben. Seitdem habe sich aber nichts mehr getan. Die Entscheidung sei für einen eigenen Bebauungsplan gefallen, auf dessen Grundlage man für den Straßenbau auch enteignen könne, erklärte Ockel. „Von wollen kann dabei keine Rede sein, aber wir werden es tun, wenn wir es müssen.“ In der kommenden Woche werde es Gespräche dazu geben. 

Den schlechten Zustand der Straße von Kirchseeon über Riedering nach Eglharting kritisierte Martin Höher. „Die Straße ist in einem erbärmlichen Zustand“, räumte Ockel ein. Die Gemeinde habe aber das Problem, dass die Trasse teilweise über Privatgrund verlaufe. Grundstückseigentümer seien gegen Reparaturen, weil eine bessere Straße mehr Verkehr anziehe. Es gebe aber weitere Gespräche. In der Diskussion sei man jedoch nie so weit gewesen wie in Osterseeon, so Ockel. Will heißen: Die Frage der Enteignung spielt keine Rolle.

Kritik gab es von Bürgern an der steigenden Schuldenlast der Gemeinde. Bernhard Bockel sprach von rund zehn Millionen Euro. Bedeute pro Einwohner 1000 Euro. Ludger Kroner bemängelte die Kosten für den Sportheim-Neubau. Barbara Bittner bezweifelte, dass man angesichts der vielen Projekte auch noch am Rathaus sanieren müsse und hatte „höchste Bedenken“ für die Finanzen der Kommune, wenn die derzeit günstige Zinsbindung der aktuellen Kredite abläuft. 

Bürgermeister Ockel zeigte Verständnis für die Kritik, verwies aber auf die Notwendigkeit der Projekte wie Schulerweiterung und Kinderhaus-Neubau. Auch sei beim Sportheim die Entscheidung richtig gewesen, nicht den „alten Bunker“, also das bisherige, marode Gebäude, zu sanieren, sondern etwas Neues zu bauen. 

Ansonsten hatte der Bürgermeister bei der Versammlung einen eher ruhigen Abend. „Es ist kein böses Wort gefallen“, meinte er abschließend. „Wir haben eine gute Diskussionskultur.“

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