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Reste der Abrissarbeiten im Jahr 2013 auf dem Bundeswehrgelände. Im Hintergrund der Kindergarten.

Ortsentwicklung Kirchseeon

Asylunterkunft auf Filetstück

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Auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände an der Waldbahn in Kirchseeon  könnte eine Unterkunft für Flüchtlinge entstehen. Laut Landratsamt gibt es noch keine konkrete Planung, aber Kontakt mit dem Eigentümer. 

Kirchseeon – Es ist ein Filetstück in Kirchseeon: das Areal des ehemaligen „Heereslagers“, nur rund 800 Meter vom Marktplatz entfernt. Das Rathaus ist interessiert, das Gelände im Eigentum des Bundes, zu erwerben.

Jetzt aber zeichnet sich eine andere Entwicklung ab. Am Freitag teilte die Gemeinde mit, die Verhandlungen über den Ankauf des ehemaligen Bundeswehrgeländes zwischen der Waldbahn und der Parkstraße würden derzeit nicht fortgesetzt. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben habe das Grundstück dem Landratsamt Ebersberg angeboten, mit der Bitte um Prüfung, ob es für die Unterbringung von Asylsuchenden verwendet werden könne. Das Landratsamt sei derzeit dabei, die Rahmenbedingungen dafür zu klären, heißt es in einer Presseerklärung.

Aus dem Landratsamt kam auf EZ-Nachfrage eine Bestätigung: „Es gibt noch keine konkreten Planungen, aber Kontakt mit der zuständigen Immobilienverwaltung.“ Das Landratsamt habe signalisiert, dass Interesse an der Nutzung einer Teilfläche bestehe und warte jetzt auf ein Angebot. „Wenn das vorliegt, wird das weitere Vorgehen mit dem Markt Kirchseeon besprochen“, erklärte Pressesprecherin Evelyn Schwaiger am Freitag.

Hintergrund: Vier Hallen und vielen alten Bäumen standen einst auf dem 17 675 Quadratmeter große Grundstück. Errichtet worden waren die flachen Hallen in den 1930er Jahren. Gelagert wurden unter anderem Versorgungsgüter für die Reichswehr. „Nebenzeugamt der Wehrmacht“ lautete die offizielle Bezeichnung. Kurz vor Kriegsende 1945 wurde das Lager aufgelöst und zum Teil von der Bevölkerung geplündert.

Später pachtete Fiat das Areal. Der Autohersteller, der auch das ehemalige Bahnschwellenwerksgelände nutzte, lagerte in den Hallen Ersatzteile. In den 1970er Jahren zog wieder Militär ein. Diese Lager-Nutzung endete 1996. Danach waren einige Hallen erneut verpachtet.

Im Sommer 2013 wurden die Hallen abgerissen. 20 der rund 40 Bäume, wurden gefällt. Im Internet kursierte damals die Vorstellung eines möglichen Projektes: Eine moderne, bis zu dreigeschossige Wohnbebauung mit Flachdächern. Damit warb die Bundesimmobilienverwaltung um Käufer für das Gelände.

Der Markt Kirchseeon hatte bereits durch den Erlass einer entsprechenden Vorkaufsrechtssatzung im Juni 2010 signalisiert, dass das Grundstück für die Gemeinde von Interesse sei. Es gab unter anderem Überlegungen und Ideen wie Einheimischenbauland oder eine Erweiterung des nahen Kindergartens. Später wurde intensiver verhandelt.

2015 war im Kirchseeoner Haushalt ein Ansatz von 4,16 Millionen Euro für Grundstücksgeschäfte zu finden, darunter wohl auch Geld für den Erwerb des Bundeswehrgeländes neben der Waldbahn. Einen Teil des Areals wollte die Kommune selbst behalten, den Rest wohl weiterveräußern. Jetzt sind die Verhandlungen zunächst einmal gestoppt.

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