Eine ortsnahe Südtrasse hatte die SPD bereits 2012 vorgelegt. Nun soll eine derartige Lösung erneut diskutiert werden.

CSU: Entlastung statt Nebelkerzen

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Kirchseeon - Neben den Christsozialen sind auch die Grünen gegen die von der SPD vorgeschlagene ortsnahe Südtrasse einer Kirchseeoner Umfahrung.

Der Vorschlag der SPD, mit einer alternativen, ortsnahen Südtrasse doch noch einen Umfahrung von Kirchseeon möglich zu machen, stößt auf Widerstand. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz spricht von „Nebelkerzen“ und setzt auf alternative Entlastungen. Ähnlich sehen das auch die Kirchseeoner Grünen, die sich gegen jegliche Umfahrung aussprechen und auf gesunkene Verkehrszahlen verweisen.

Nach der Vorlage des Bundesverkehrswegeplans bis zum Jahr 2030 ist die Südumfahrung von Kirchseeon im „weiteren Bedarf“ eingestuft. Heißt faktisch: Auf absehbare Zeit wird es keine Umsetzung geben. Derzeit läuft noch die Öffentlichkeitsbeteiligung. Hier will die SPD mit einer Alternativtrasse ansetzen.

Ziel dieses Verfahrens sei laut Lenz jedoch nicht, jedes Einzelprojekt im Detail zu diskutieren. Deshalb sei der SPD-Vorschlag „keine realistische Perspektive“. Zwei südliche, ortsnähere Varianten mit Tunnel seien wegen zu weitreichenden naturschutzrechtlichen Eingriffen und zu hohen Kosten bereits einmal ausgeschlossen worden. Deshalb hat Lenz auch Zweifel, ob eine weitere ortsnahe Südvariante ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielen würde.

Laut Lenz sollten Mandatsträger, Landrat und die Kommunen an der B304 alternativen Entlastungsmöglichkeiten suchen, auch zusammen mit dem Straßenbauamt.

Die Grünen begrüßen grundsätzlich, dass die SPD nach „Kompromisslösungen“ suchen will. Zum aktuellen Vorschlag meint jedoch Lars Krüger, der die Tunnelvariante entwickelt hatte: „Im Rahmen der Bundesplanung sehe ich weder Chance noch Sinn.“ Er verweist auf einen „aussagekräftig dokumentierte Negativtrend bei der Verkehrsbelastung“ und das sich verändernde Mobilitätsverhalten mit Car-Sharing und Elektromobilität.

Das spreche gegen die Notwendigkeit einer „puren Ortsumgehung nach 2030“. Das heiße jedoch nicht, „dass wir untätig werden sollten“. Tempo 40 oder ein LKW-Nachtfahrverbot wären sinnvoll. Überörtliche Maßnahmen haben die Grünen auch im Blick, wie die unbefestigte Straße von Ebersberg nach Anzing. Bei gleichzeitigem Rückbau der anderen Forstquerungen und geschickter Planung für die noch offene Umgehung von Ebersberg könne daraus ein „verkehrsentlastendes und ökologisch sinnvolles Projekt entstehen“, so Krüger. Der hohe Anteil an innerörtlichem Verkehr in Kirchseeon könnte auch durch die Nutzung der kleineren Straßen besser verteilt werden.

Vielleicht sei die aktuelle Situation „der Startschuss für eine schnellere Lösung auf regionaler Ebene“, so Krüger. Man müsse nun nämlich nicht mehr auf eine Bundesentscheidung warten.

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