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Der Filzenexpress soll eine Abkürzung nehmen zwischen Kirchseeon und Ebersberg. Der Arbeitskreis Bahnlärm sagt: Das ist sinnlos.

Arbeitskreis Bahnlärm Kirchseeon kritisiert Pfaffinger Vorschlag zum Trassenneubau

Express-S-Bahn statt Strich durch Landschaft

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Express-S-Bahnen statt „Striche in der Landschaft“: Das fordert der Arbeitskreis Bahnlärm Kirchseeon und reagiert damit auf Vorschläge, ein neues Bahngleis zwischen Kirchseeon und der Kreisstadt zu bauen, um mit dieser verkürzten Strecke die Bahnverbindung nach München schneller zu machen.

Landkreis – Eine Verkürzung der Reisezeit sei ein nachvollziehbarer Wunsch aller Pendler, so AK-Sprecherin Susanne Höpler. Aber die Fahrzeit beispielsweise beim Filzenexpress sei auch wegen der vielen engen Kurven zwischen Ebersberg und Wasserburg so lang, weil dort höchstens 60 bis 80 Stunden Kilometer gefahren werden könne. „Daran wird auch die geplante Elektrifizierung bis Wasserburg nichts ändern“, so Höpler. Und die Anhebung der Geschwindigkeit in diesem Abschnitt würde wahrscheinlich so umfangreiche Neutrassierungen erfordern, dass sich dies volkswirtschaftlich vermutlich nicht rechnet.

Auf dem Gebiet einer anderen Gemeinde

Der aktuelle Vorschlag seien „Striche durch die Landschaft“ auf dem Gebiet einer anderer Gemeinden, so die Kritik. Mit der Bevölkerung sei vorher nicht gesprochen worden. Die Grafinger hätten von dem Vorschlag nur Nachteile – sie würden eine schnelle Verbindung nach München verlieren. Ziel müsse sein, die Fahrzeit von und nach München für alle Bürger zu verkürzen, so Höpler. Das würde sich viel einfacher und vor allem schneller durch „Express-S-Bahnen“ erreichen lassen, die mehrere Stationen ohne Halt durchfahren. Grafing Bürgermeister Angelika Obermayr bezeichnete den Vorstoß aus Pfaffing sogar als gänzlich ungeeignet.

Voller Park + Ride Platz

 Die Attraktivität solcher schnellen Züge zeige sich deutlich an der stetig wachsenden Fläche des P+R-Platzes in Grafing-Bahnhof. Die kurze Fahrzeit nach München sei für viele so vorteilhaft, dass sie auch aus Nachbargemeinden mit Bahn-Anschluss mit dem Auto nach Grafing-Bahnhof fahren, um einen solchen durchfahrenden Zug zu nutzen. Konkrete Vorschläge des AK: Züge ab Grafing-Bahnhof oder ab Kirchseeon ohne Halt bis München fahren zu lassen. Sinnvoll findet Höpler auch, ab Zorneding oder ab Haar nonstop durchzufahren. Die „besonderen S-Bahn-Gleise“ zwischen Grafing und Trudering bräuchten vielleicht ein paar Weichen mehr zwischen den beiden S-Bahn-Gleisen, um den nötigen Gleiswechselbetrieb uneingeschränkt zu ermöglichen.

Gleise werden für Fernbahnzüge mitbenutzt

Die Einführung solcher Express-S-Bahnen, sieht Höpler jedoch durch Pläne des Bundesverkehrsministeriums und der Bahn gefährdet. Denn im Rahmen des Ausbaus des Brennernordzulaufs werde beabsichtigt, die S-Bahn-Gleise für Fernbahnzüge mitzubenutzen, und dies obwohl das Ministerium im Klageverfahren zum S-Bahn-Ausbau zwischen Zorneding und Grafing vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Mitte der 1990er Jahre schriftlich zugesagt habe, dass die besonderen S-Bahn-Gleise nur für S-Bahnen benutzt würde.

Verspätungen und Ausfälle nehmen zu

Würden die Pläne der Bahn und des Ministeriums Realität, dann würden Verspätungen und Ausfälle weiter zunehmen. Der AK Bahnlärm Kirchseeon fordert die Bahn auf „endlich ein Gesamtkonzept für den Brennernordzulauf vorzulegen, das nicht auf einem Mischverkehr auf den S-Bahn-Gleisen zwischen Grafing Bahnhof und Trudering basiert“. Wer künftig die Chance haben wolle, pünktlich mit der S-Bahn oder gar mit Express-S-Bahnen schneller nach München und zurück zu kommen, „der muss sich jetzt zu Wort melden und einen Mischbetrieb auf den besonderen S-Bahn-Gleisen ablehnen“, so Höpler.

Lesen Sie dazu auch: Bürger fordern: Mit Lärmschutz jetzt beginnen

oder Eine Lärmschutzwand von Baldham bis Eglharting.

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