+
Die „Wettannahmestelle“ an der Bundesstraße 304 in Eglharting ist bei Dunkelheit hell erleuchtet. 

Eglharting: Unternehmer eröffnet „Wettannahmestelle“ – bisher ohne Genehmigung

Zocken an der Bundesstraße - Gemeinderat muss entscheiden

  • schließen

Das Geschäft ist eröffnet. Die notwendige Nutzungsänderung für die Räume steht noch aus. Der Gemeinderat Kirchseeon wird sich mit dem Thema im Januar beschäftigen.

Eglharting – Die Außenschilder leuchten in der Nacht. Fußball, Basketball, Tennis, Handball, Eishockey, Motorsport. Im Inneren hängen an den Wänden Anzeigetafeln mit Quoten. In Eglharting kann jetzt in einem Ladengeschäft direkt an der Bundesstraße gewettet werden. Bisher war in den Räumen eine Metzgerei.

„Es liegt ein Antrag vor“, bestätigte Marktbaumeister Robert G. König auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Der Vorgang werde derzeit geprüft. Es gebe eine ganze Reihe von Fragen, unter anderem zu den Stellplätzen. Wie sich der Marktgemeinderat entscheide, sei noch völlig offen. Nach einem Votum gehe die Angelegenheit an das Landratsamt Ebersberg. Vertreter des Bauamtes Kirchseeon waren übrigens bereits vor Ort, um sich den Betrieb anzusehen.

Lesen Sie dazu auch: Wettbüro ist kein Wunsch-Nachbar

Getränke sollen nicht ausgeschänkt werden

Der Betreiber in Eglharting betont gegenüber der Ebersberger Zeitung, es handle sich um eine „Wettannahmestelle“ und nicht um ein „Wettbüro“. Das hat auch rechtliche Auswirkungen. Die Annahmestelle sei so ähnlich wie „Lotto und Toto“.

An der Außentür hängen Schilder. Unter anderem ist Rauchen in den Räumen untersagt. Getränke sollen auch nicht ausgeschenkt werden. Der Betreiber erklärt, es gehe um ein Angebot „für Sportfreunde, nicht für Zocker“. Er selbst sei aus der Branche, habe unter anderem Erfahrung als Bereichsleiter. Jetzt habe er in Eglharting sein eigenes Geschäft aufgemacht, wolle eine Existenz aufbauen und mittelfristig auch in den Landkreis ziehen.

Kommunen leisten Widerstand

Einrichtungen aus dieser Branche stoßen in den Kommunen teilweise auf Widerstand. So hat der Bauausschuss der Stadt Grafing erst kürzlich die Errichtung eines Ladens untersagt, in dem nach dem Eindruck der Räte möglicherweise Livewetten angeboten werden könnten. „Wir bleiben nicht verschont. Früher waren es die Billardsalons, jetzt sind es die unliebsamen Vergnügungsstätten“, erläuterte Grafings Bauamtsleiter Josef Niedermaier die grundsätzliche Skepsis der Stadt.

Auch in Ebersberg fiel eine ähnliche Entscheidung gegen ein „Wettbüro“. Die Stadt will nicht davor zurückzucken, eine Veränderungssperre zu erlassen, sollten Landratsamt und Antragsteller zu einer anderen rechtlichen Auffassung kommen. Im Antrag ging es darum, Sportereignisse zu übertragen und Sportwetten anzunehmen, dazu an einer Theke auch alkoholfreie Getränke zu reichen.

Wettbüros gehören hier nicht unbedingt zur Wunschnachbarschaft. Wie die Meinung in Kirchseeon ist, bliebt abzuwarten.

Ebenfalls interessant: Grafinger Stadthalle geht um die Welt

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Pfarrer: „Es wird viel zu selten gelacht“
Zum 8. Mal wird Poings evangelischer Pfarrer Michael Simonsen einen Faschingsgottesdienst abhalten. An diesem Sonntag, 23. Februar, ist die Liturgie komplett in …
Pfarrer: „Es wird viel zu selten gelacht“
IHK-Regionalausschuss Ebersberg: Fachkräftemangel größtes Problem
Die IHK im Landkreis Ebersberg präsentiert ihre Forderungen zur Kommunalwahl: von Bürokratieabbau bis Wohnungen.
IHK-Regionalausschuss Ebersberg: Fachkräftemangel größtes Problem
Gemeinde Pliening fordert: Kiesabbau bis spätestens 18 Uhr
Das Kieswerk Ebenhöh in Landsham hat die Genehmigung für eine neue Abbaufläche beantragt. Die Gemeinde Pliening hat prinzipiell nichts dagegen, stellt aber Forderungen. 
Gemeinde Pliening fordert: Kiesabbau bis spätestens 18 Uhr
Es war einmal: Jugend im Jugendraum
Der Jugendraum im Bürgerhaus Pliening hat mit seiner eigentlichen Bestimmung nichts mehr zu tun. Momentan sind hier Obdachlose untergebracht. 
Es war einmal: Jugend im Jugendraum

Kommentare