Die Mittelschule in Kirchseeon: Zum nächsten Schuljahr wird der Unterricht hier ganztags gehalten. Foto: Sro

Angebot soll verpflichtend werden

Ganz(tags) oder gar nicht

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Kirchseeon - Die Mittelschule Kirchseeon führt zum nächsten Schuljahr ein sogenanntes „gebundenes“ Angebot ein. Im Gemeinderat wurde darüber debattiert.

Ab dem kommenden Schuljahr soll es an der Mittelschule Kirchseeon ein „gebundenes“ Ganztagsangebot geben, beginnend mit der fünften Jahrgangsstufe. Eltern, die das nicht wollen, werden ihre Kinder wohl in eine Schule in einer anderen Gemeinde bringen müssen. Die Kommune wird zur Einrichtung des gebundenen Ganztagsangebots einen Antrag stellen. Dazu gab der Gemeinderat jetzt seine Zustimmung. Schließlich muss sich die Marktgemeinde mit 5000 Euro pro Jahr an den Sachkosten für das Angebot in einer Klasse beteiligen. Die Kosten steigen entsprechend, wenn auch die anderen Jahrgangsstufen umgestaltet werden.

Unterricht über den ganzen Tag verteilt

Bisher konnten sich die Eltern bereits für ein „offenes“ Angebot entscheiden. Bedeutet: Vormittags Unterricht, dann Mittagessen und am Nachmittag Betreuung, darunter professionelle Hausaufgabenbetreuung, aber auch auch vielfältige Aktionen wie zum Beispiel Spielen, Sport, Kochen oder Backen. Bei der gebundenen Variante kann der gesamte Unterricht über der Tag verteilt werden. „Es kann also auch sein, dass um drei Uhr nachmittags Mathe gemacht wird“, erklärte Rektor Franz Kraxenberger in der Sitzung des Gemeinderates. Die neue Form biete die Möglichkeit der Differenzierung. Zu den üblichen 30 Lehrerstunden pro Woche kämen weitere zwölf hinzu. „Das ist eine schulische Weiterentwicklung“, so Kraxenberger.

Im Vergleich zur offenen Ganztagsschule könne ein gebundenes Angebot individueller und intensiver mit den Schülern in Übungs- und Lernphasen arbeiten, schreibt Rainer Schott, Abteilungsleiter Soziales im Rathaus Kirchseeon, in der Sitzungsvorlage. Durch den „erweiterten Erfahrungs- und Lebensraum Schule“ würden mehr soziale Erfahrungen geschaffen für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft. „Dies erscheint auch im Blick auf die ausländischen Schulkinder von großem Vorteil.“

Offene Ganztagsschule wird eingestellt

Begonnen werden soll mit der fünften Klasse. In den kommenden Jahren soll die gesamte Mittelschule dann umstrukturiert werden. Das Angebot der offenen Ganztagsschule wird im Gegenzug eingestellt.

Da es in Kirchseeon derzeit pro Jahrgangsstufe nur eine Klasse gibt, soll es künftig auch kein Angebot mehr geben, bei dem die Kinder nur am Vormittag in die Schule gehen. Konsequenz: Wenn Eltern diese Möglichkeit haben wollen, müssten sie ihr Kind beispielsweise nach Ebersberg fahren.

Laut Rathaus wurde im ersten Halbjahr an den Grundschulen in Kirchseeon und Zorneding eine Umfrage durchgeführt. Demnach würden mindestens 20 Kinder an der Mittelschule Kirchseeon eingeschult, deren Eltern für sie Ganztagsunterricht wünschen. Wie Bürgermeister Udo Ockel (CSU) in der Sitzung betonte, würden derzeit bereits mehrere Kinder aus Kirchseeon ein entsprechendes Angebot in Grafing nutzen.

Schulhaus wird umgebaut

Die gebundene Ganztagsschule Kirchseeon soll zunächst im Schulhaus Eglharting mit der fünften Klasse starten. Im Schulhaus Kirchseeon soll im Juli dieses Jahres mit Umbau und Aufstockung begonnen werden.

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten, voraussichtlich im Schuljahr 2018/19, soll das Ganztagsangebot komplett nach Kirchseeon umziehen. Dort könne dann das umgebaute und für die Anforderungen der Ganztagsschule ausgestattete Schulhaus optimal genutzt werden, heißt es aus dem Rathaus.

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