Die Südumfahrung Kirchseeons ist umstritten. Hier demonstrieren Gegner gegen das Projekt. Foto: Jürgen ROssmann

Gespanntes Warten auf Berlin

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Kirchseeon - Mitte März wird der neue Bundesverkehrswegeplan veröffentlicht. Dann ist klar, wie es mit der Kirchseeoner Umfahrung weitergeht.

Das Geheimnis wird gut gehütet. Die heimischen Abgeordneten halten sich bedeckt. Noch vor Ostern wird der neue Bundesverkehrswegeplan veröffentlicht. Dann ist klar, wie es mit der Umfahrung von Kirchseeon weitergeht.

„Der Bundesverkehrswegeplan wird voraussichtlich am 16. März veröffentlicht“, sagt der Frauenneuhartinger CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz. Im Moment laufe noch die Kosten-Nutzen-Berechnung durch das Bundesverkehrsministerium. Anhand dieser wird eine Einstufung in den Bundesverkehrswegeplan erfolgen.

„Insgesamt wurden die Mittel für die Verkehrsinfrastruktur in dieser Wahlperiode deutlich aufgestockt“, sagt Lenz. Für Kirchseeon wurden die Südumfahrung und eine Tunnellösung angemeldet. Kosten für die Südvariante: 37 Millionen Euro, für den Tunnel: 105 Millionen Euro. „Beide Alternativen weisen Schwierigkeiten bei der Umsetzung auf“, ist Lenz skeptisch. Zudem gibt er zu bedenken: „Der Bürgerentscheid ging in der Marktgemeinde Kirchseeon denkbar knapp aus. Das wird in Berlin sehr wohl registriert.“

Der Ebersberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer sagt, er habe mehrmals nachgefragt zur Umfahrung Kirchseeon, aber aus dem Verkehrsministerium keine Antwort bekommen. „Also müssen wir abwarten.“ Schurer glaubt, dass die Umfahrung der Marktgemeinde in den so genannten „vordringlichen Bedarf“ aufgenommen wird. „Das heißt aber noch lange nicht, dass auch gebaut wird.“ Wenn es um eine Entscheidung zwischen den beiden angemeldeten Alternativen geht, dann erwartet Schurer ein Votum für die Südumfahrung. „Im Vorteil ist die günstiger Variante. Der Tunnel ist sowohl beim Bau als auch beim Unterhalt teurer.“ Falls aber mit einer Umfahrung Kirchseeons auf einer Südtrasse oder mit einem Tunnel nicht in absehbarer Zeit gerechnet werden kann, was dann?

„Dann sollten sich die Mandatsträger mit den Bürgermeistern und dem Landrat zusammensetzen und schauen, wie sich die Verkehrsströme zukünftig entwickeln werden“, sagt Lenz. Es sollte nach Alternativen gesucht werden. „Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der Schwerlastverkehr durch den Neubau der A 94 stärker auf die Autobahn verlagern wird.“ Ebenso werde es voraussichtlich ab 2018 eine Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen geben.

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