Am Berufsförderungswerk Kirchseeon mit seinem markanten Hochhaus darf umgebaut werden.
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Am Berufsförderungswerk Kirchseeon mit seinem markanten Hochhaus darf umgebaut werden.

BfW-Umbau genehmigt – Fällaktion hatte zu Protesten geführt – Vertrag legt Vorgaben fest

Grünes Licht für Großprojekt in Kirchseeon

  • Robert Langer
    VonRobert Langer
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Das Kirchseeoner Berufsförderungswerk kann umgebaut werden. Der Gemeinderat hat grünes Licht für das Großprojekt gegeben, das in der Vergangenheit von Protesten begleitet war.

Kirchseeon - Dächer werden begrünt, zusätzliche Parkplätze geschaffen und Ersatzbäume gepflanzt. Verbindliche Regelungen wurde in einem städtebaulichen Vertrag festgelegt. „Die Punkte, die für den Markt Kirchseeon wichtig waren, sind festgezurrt“, so Bürgermeister Jan Paeplow. Mit breiter Mehrheit hat jetzt der Marktgemeinderat Kirchseeon grünes Licht für ein größeres Umbauprojekt am Berufsförderungswerk gegeben.

Damit wurde auch ein Streit geglättet, der um die Jahreswende für Schlagzeilen gesorgt hatte. Auslöser war eine umfangreiche Baumfällaktion zur Vorbereitung des Umbaus auf dem Gelände an der Moosacher Straße. Der Bund Naturschutz hatte sich intensiv eingeschaltet.

Investitionssumme liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich

Rückblick: Die vor rund 50 Jahren errichtete große Bildungseinrichtung der beruflichen Rehabilitation soll teilweise modernisiert werden. Es geht vor allem um die Gebäude zwischen dem markanten Hochhaus und der Straße. Die Investitionssumme liegt wohl in einem mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Grundsätzlich war man sich im Marktgemeinderat darüber einig, dass das Projekt wichtig und richtig sei. Auch die Bedeutung der Einrichtung für die Kommune wurde herausgestellt. Dann aber die überraschende Fällaktion zum Jahreswechsel auf dem Gelände, bei der rund 100 Bäume umgesägt wurden. Der Aufschrei war groß. Die Gemeinde reagierte und erließ eine Veränderungssperre. Heißt: Zunächst geht nichts mehr. Zudem wurde ein Bebauungsplanverfahren angekündigt, mit dem man Vorgaben der Gemeinde für das Umbauprojekt genauer definieren könnte. Das hätte erhebliche zusätzliche Kosten und eine deutliche Verzögerung des Projektes bedeutet. Nun hat man sich aber offensichtlich geeinigt und Regeln festgelegt. Der Bürgermeister freute sich, dass man sich noch einmal zusammengesetzt und eine gute Möglichkeit gefunden habe.

Dachflächen werden begrünt

In der Sitzung des Marktgemeinderats wurden unter anderem Pläne zur Begrünung von Dachflächen vorgestellt. „Zukunftsweisend, weg von den von Kiesdächern“, hieß es. Versiegelte Flächen sollen damit ausgeglichen werden. Vorgesehen ist zudem die Errichtung von Fotovoltaikanlagen. Das gesamte Regenwasser soll auf dem Gelände versickert werden. Es mache keinen Sinn, es irgendwo hinzuführen, hieß es. Angekündigt wird vonseiten des BfW zudem die Ersatzpflanzung von Solitärbäumen, ausschließlich Laubbäumen. Und es ging um die Parkplatzsituation in der Umgebung der Bildungseinrichtung. Anlieger sind von zugestellte Straßen vor ihren Grundstücken betroffen. Nun sollen auf dem Gelände des BfW zusätzliche Stellplätze entstehen. Durch den Ersatzneubau soll keine weitere Verdichtung auf dem Gelände gegenüber der Bestandssituation erfolgen.

Der Gemeinderat hob im Zuge der Einigung sowohl die Veränderungssperre als auch das Verfahren zu einem Bebauungsplan auf.

Konkret sollen zwei Gebäude auf dem Gelände des BfW abgerissen werden. Im Ersatzbau sollen Flächen für einen Küchen- und Mensabereich errichtet werden. Das neue Gebäude soll laut BfW in Form eines Hofes mit zentralem und offene Innenhof gestaltet werden, über den auch die Belichtung und Belüftung erfolgen soll. Im Obergeschoss sind Räume für Kurse und Besprechungen vorgesehen, im Unterschoss weitere Räume für die Küche und für die Technik. Der bestehende Logistikhof soll erweiter und an das neue Gebäude angeschlossen werden. Im Süden soll ein Verbindungsgebäude mit einem zentralen Eingang und Schülerzimmern entstehen.

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