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Schmeckt’s? Szene aus dem Theaterabend: Wenn der Service im Restaurant zu aufmerksam ist.

Kleinkunsttheater im Klassenzimmer

Früher war mehr Lametta

Von Schüchternheit keine Spur: Gymnasium Kirchseeon begeistert Publikum mit Loriot-Abend.  Nach dem Monumentalstück „Nibelungen“ im vergangenen Jahr heuer erfolgreiches Kleinkunsttheater.

Kirchseeon – „Weihnachten bei Hoppenstedts“, „Vertreterbesuch“ oder „Mutters Klavier“ – wer kennt sie nicht, diese Sketche von Loriot. Ein Wiedersehen mit elf der beliebtesten Loriot-Sketche gab es nun beim Oberstufentheater des Gymnasiums Kirchseeon.

Wie kam die Theatergruppe auf die Idee, sich ausgerechnet Loriot vorzunehmen? „Letztes Jahr haben wir die Nibelungen aufgeführt“, erklärt Angelika Giglinger, Leiterin des Oberstufentheaters. „Daher wollten wir heuer etwas machen, was damit absolut nicht vergleichbar ist. So kamen wir vom Monumentalstück zum Kleinkunsttheater.“ Schon früher habe sie Loriot-Texte bei praktischen Prüfungen verwendet und es immer schade gefunden, dass nur sie und die zweite Prüfkraft die Texte zu hören bekamen. So entstand die Idee, einen Loriot-Abend auf die Bühne zu bringen. „Das hat zudem den Vorteil, dass es dabei viele größere und kleinere Rollen gibt, sodass jedes Mitglied der Theatergruppe mal Bühnenluft schnuppern kann, auch die Neulinge in der Gruppe, die vielleicht noch etwas schüchtern sind.“

Von Schüchternheit keine Spur: „Die Schüler lieben ihre Texte“, erkannte Giglinger im Laufe der intensiven Proben, die im Januar begannen. Viele der Loriot-Sprüche haben sich im Laufe der letzten Wochen zu Running Gags im Schulalltag entwickelt. „Loriot bietet so viele verschiedene Themen, durchaus gesellschaftskritisch, aber immer mit einem Augenzwinkern“, so Giglinger weiter. „Damit kann sich jeder identifizieren.“ Die besondere Herausforderung bei Loriot war jedoch, dass fast jeder die Pointen schon kennt. „Das war ein Wagnis, aber offensichtlich hat es funktioniert“, freute sich Giglinger, denn beide Vorstellungen, die diesmal nicht auf der großen Bühne im Atrium stattfanden, sondern Kleinkunst-gerecht in einem Klassenzimmer, waren restlos ausverkauft.

Die Schüler veränderten die Sketche kaum, brachten aber trotzdem ihre eigene Note mit ein, wie etwa Leo Papendorff, der den Bettenverkäufer kräftig sächseln ließ und auch den besoffenen Weinvertreter oder den unbeholfenen verliebten Chef ganz wunderbar darstellte. Doch auch die übrigen Schauspieler machten ihre Sache hervorragend, wie etwa Ronja Rothfuß als Frau Hoppenstedt, die Evelyn Hamanns Mimik offensichtlich sehr genau studiert hatte, oder Leon Satzger und Marie Kühberger, die in zwei Sketchen die Szenen einer Ehe sehr überzeugend darstellten. Susanne Edelmann

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