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Ein großes Team: Die körperbehinderte Spitzensportlerin Anna Schaffelhuber als Patin bei der Schulversammlung in Kirchseeon

Gymnasium Kirchseeon

Eine Schule mit Courage

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Das Gymnasium Kirchseeon ist jetzt offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, nach Grafing und Poing die dritte im Landkreis Ebersberg. 

Kirchseeon - Das offizielle Schild war noch nicht geliefert und auch die Urkunde aus Berlin war noch nicht da. Das tat der Freude im Gymnasium Kirchseeon aber keinen Abbruch. Die Bildungseinrichtung ist jetzt offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, nach Grafing und Poing die dritte im Landkreis Ebersberg. Am Donnerstag wurde zusammen mit der Patin Anna Schaffelhuber gefeiert. Die im Rollstuhl sitzende Spitzensportlerin hatte bei den Paralympischen Spielen in Sotschi als Mono-Skibobfahrerin fünf Goldmedaillen gewonnen.

Freude bei Direktorin Simone Voit. Sie hob vor allem hervor, dass die Initiative von den Schülern ausging. „Es ist also kein aufgesetztes Programm. Es ist nicht nur ein Label, sondern wird mit Leben erfüllt.“

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Ihm gehören über 2300 Schulen an, die von rund einer Million Schülern besucht werden. In Oberbayern sind rund 80 Schulen mit dabei.

Schüler, Lehrer und Personal verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen. Erreicht werden muss eine Zustimmungs-Quote von 70 Prozent.

„95 Prozent haben bei uns unterschrieben“, freute sich Sonja Block (17), eine der Hauptorganisatorinnen. „Das ist nicht nur Prestige, sondern man muss sich aktiv engagieren“, ergänzte Annika Koepp (16). Schülersprecher Jannis Kudjakov (18) erklärte: „Ich finde es schade, dass es so eine Auzeichnung braucht, das sollte eigentlich selbstverständlich sein.“ Das Schild allein wische Rassismus nicht weg. Aber die Schüler sehen darin einen Ansporn.

Landrat Robert Niedergesäß sprach von einem „leuchtenden Tag“. Er freute sich über die Aktion gegen „dumpfe und dumme Parolen“. Damit werde ein Zeichen gesetzt. Die Schüler des Gymnasiums hätten ihre Haltung bereits bewiesen, als Flüchtlinge in der Schulturnhalle untergebracht waren. „Ihr habt euch für diese Menschen eingesetzt.“

Begonnen hatte die Aktion vor zwei Jahren der damalige Schüler Jonas Glaser. Nach dem Tod der Direktorin Gabriele Söllheim trat eine Pause ein. Dann wurde das Projekt durch den Schüler Jan Beyer wiederbelebt. Es wurde überlegt, wer als Pate in Frage käme. „Ich habe an Anna Schaffelhuber eine E-Mail geschrieben“, erklärt Sonja Block. „Und sie hat zugesagt.“

„Ich habe mich bewusst für diese Schule entschieden“, betonte Schaffelhuber. Schließlich wohne sie in Höhenkirchen und das sei nicht weit weg. Im Weltcup lerne sie viele Menschen kennen, aus verschiedenen Kulturen. Da könne man sehr viel lernen. „Das ist für mich positiv und eine Chance.“ Und noch etwas gab sie den Schülern mit auf den Weg. Sie sei zwar Einzelsportlerin. Doch hinter ihr stehe ein großes Team. „Erst mit einem Team kann man auch das Allerletzte rausholen.“ Schaffelhuber versprach, bald wieder nach Kirchseeon zu kommen.

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