Sie brauchen ein neues Zuhause (hinten von links): Pflegedienstleiterin Monika Schönberg, Pflegerin Sandra Fietz und Pflegerin Barbara Majewska, Heimleiterin Mandy Stamm mit Bewohnern des Hauses.
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Sie brauchen ein neues Zuhause (hinten von links): Pflegedienstleiterin Monika Schönberg, Pflegerin Sandra Fietz und Pflegerin Barbara Majewska, Heimleiterin Mandy Stamm mit Bewohnern des Hauses.

Heimleiterin mit Herzblut

Genehmigung läuft aus: Seniorenheim braucht neue Bleibe

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Die Bewohner und Pflegekräfte des Seniorenheims Abaton in Kirchseeon sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe: Weil eine Genehmigung für das Haus ausläuft, fahndet Geschäftsführerin Mandy Stamm nach einer Alternative.

Kirchseeon – Für Mandy Stamm ist das Abaton mehr als ein Seniorenheim. „Das ist mein Baby“, sagt die Geschäftsführerin über die kleine Pflegeeinrichtung am Herterfeld in Kirchseeon. Seit 26 Jahren arbeitet Stamm (52) für das Haus, seit drei Jahren ist es ihres – als ihr Vorgänger starb, bildete sie sich per Fernstudium weiter und übernahm die Leitung, erzählt sie. „Ich liebe es und es ist meins!“, sagt Stamm über das Haus mit 20 Pflegeplätzen und insgesamt genauso vielen Mitarbeitern.

Doch der Einrichtung steht ein Problem ins Haus: Im Sommer läuft eine befristete Genehmigung für den Betrieb aus. „Die baulichen Gegebenheiten entsprechen nicht mehr den Standards“, räumt die Geschäftsführerin ein. Statt richtigen Bädern gebe es auf den elf Zimmern nur Waschbecken, auch gebe es anstelle eines Aufzugs nur einen Treppenlift – und es sei in dem Gebäude verhältnismäßig eng, sodass ein Umbau eigentlich nicht infrage komme.

Mandy Stamm hat nun nochmals eine Verlängerung der Betriebserlaubnis beantragt, hofft wegen der Coronapandemie auf Aufschub vom Amt. Darauf verlassen will sie sich aber nicht: Sie hat einen Aufruf gestartet, sucht „ein neues familiäres Zuhause“ für ihre Bewohner und das Team.

Ein leer stehendes Hotel oder eine unbewohnte Pension könnten die Lösung sein

Der Geschäftsführerin schwebt dafür ein ehemaliges Hotel oder eine nicht mehr bewohnte Pension vor – ein solcher Bau ließe sich mit vertretbarem Aufwand zur Senioreneinrichtung umbauen, erklärt sie. Möglicherweise gebe es ja Betriebe, die wegen der Pandemie aufhörten – und für eine Nachnutzung infrage kämen. „Super wäre ein Garten, damit wir mit den Bewohnern den Sommer genießen können“, schreibt die Heimleiterin in ihrem Aufruf. Sie sei zwar schon im Austausch mit anderen Heimen, die ihre Bewohner notfalls übernehmen würden, nicht aber das Personal.

Für Stamm eine Lösung, die sie gerne vermeiden würde – schon den Bewohnern zuliebe, denen sie auf ihre alten Tage den Umzug in eine neue Umgebung mit komplett neuen Pflegern gerne ersparen würde. Es gebe Bewohner, die schon seit zehn Jahren im Abaton lebten. „Wir sind für sie wie Familie“, sagt Stamm. Auch habe sie viele langjährige Mitarbeiter, manche seien seit zehn, 15 Jahren dabei. „Die würde ich gerne mitnehmen“, sagt die Chefin.

Das Konzept der vergleichsweise kleinen Einrichtung habe sich bewährt – beispielsweise sei das Abaton ohne eine einzige Ansteckung durch die Coronakrise gekommen. „Weil wir so klein sind und das Personal alle Maßnahmen exakt umsetzt“, sagt Stamm.

Top-Bewertungen aus den verpflichtenden Qualitätsprüfungen geben ihr jedenfalls recht. Nun hofft die Heimleiterin, dass sie für ihr „Baby“, das Abaton, irgendwo in der Umgebung fündig wird.

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