Die laufenden Integrationsbemühungen der Helfer sollen nicht abreißen: Gerda (stehend, 3.v.l) und Rudi Rothhaupt (5.v.l.) sowie Beate (7.v.l.) und Michael Obersteiner (hinten, 2.v.r.) mit Flüchtlingen vor der Turnhalle des Gymnasiums Kirchseeon. Foto: Jürgen Rossmann

Helfer: Lasst uns unsere Flüchtlinge da!

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Kirchseeon - Asylbewerber sollen weiter in Kirchseeon bleiben können, auch wenn die Halle am Gymnasium bald geräumt wird - das ist der Wunsch des Helferkreises.

Das Gymnasium freut sich. Derzeit ist die Turnhalle der Bildungseinrichtung noch mit Flüchtlingen belegt. Bald soll die Sportstätte aber wieder der Schule zur Verfügung stehen. Die Flüchtlinge sollen dann möglicherweise in die neue Traglufthalle in Pliening verlegt werden.

Dagegen wehren sich Mitglieder des Helferkreises. Denn die sind dabei, beispielsweise für junge Männer aus Syrien mit guter Bleibeperspektive durch intensive Betreuung die Integration auch mit Blick auf Arbeitsstellen voranzutreiben. Darum kümmert sich eine Gruppe um die beiden Gemeinderätinnen Maria Wollny und Gerda Rothhaupt sowie Beate Obersteiner. Für eine ganze Reihe von Flüchtlingen wurden inzwischen Praktikumsplätze in örtlichen Betrieben gefunden. Diese Bemühungen sehen die Helfer gefährdet, wenn die jungen Männer nach Pliening verlegt würden und dann weitere Wege zur Arbeit hätten. Besser wäre es nach Ansicht der Helfer, diese intensiv betreuten Flüchtlinge könnten in Kirchseeon bleiben. Stellt sich allerdings die Frage, wo sollen sie wohnen. Laut Rothhaupt geht es um 30 bis 40 Personen.

Einige der Flüchtlinge haben das Anerkennungsverfahren bereits durchlaufen. Damit müssten sie eigentlich sowieso die Halle verlassen und gelten als „Fehlbeleger“. Falls sie keine Wohnung finden, müsste sich die Gemeinde um eine Unterkunft kümmern. Aber: Derzeit besteht eine Absprache zwischen dem Landratsamt und den Gemeinden, Fehlbeleger nicht obdachlos zu machen, sondern diese weiterhin im „Pool“ des Landkreises „‚laufen zu lassen“. Ob Fehlbeleger oder Asylbewerber aus der Turnhalle in Kirchseeon untergebracht werden, könne noch nicht gesagt werden, heißt es vom Landratsamt. Das von den Helfern angesprochen Problem sei bekannt. „Wir sind hier in intensivem Kontakt.“

Die Gemeinde Kirchseeon hat sich auf die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen als Obdachlose vorbereitet: „Derzeit stünden uns für ca. 30 Personen Schlafplätze zur Verfügung“, so Bürgermeister Udo Ockel auf EZ-Anfrage. Die Plätze befinden sich in Gemeinschaftseinheiten mit bis zu acht Personen in einer Wohnung. Das seien keine Wohnungen „im klassischen Sinne“. Darauf bestehe laut Ockel auch kein Anspruch. Für die Unterbringung eines Obdachlosen müsse dieser selbst aufkommen. „Wir erheben eine Nutzungsgebühr für unsere Schlafplätze in den Obdachlosenquartieren. Diese bezahlt entweder der Obdachlose, wenn er ein Einkommen hat, oder das Jobcenter.“ Der Markt Kirchseeon habe hier keine eigenen Ausgaben zu tragen.

Nach Rücksprache mit Mitgliedern des Helferkreises habe das Rathaus mit dem Landratsamt verhandelt, „ob wir bei einer Verfügbarkeit von Wohnraum Einfluss darauf hätten, wer in Kirchseeon bleiben darf“, so Ockel. Diese Frage sei noch nicht abschließend geklärt. Wenn das Landratsamt hier Entgegenkommen zeige, „dann müsste wohl innerhalb des Helferkreises erarbeitet werden, wer dann aus welchen Gründen sinnvollerweise in Kirchseeon bleiben sollte. An dieser Thematik arbeiten wir aber insgesamt noch“, erklärte der Bürgermeister. Vom Landratsamt heißt es: „Wir bemühen uns, die Unterbringung mit den Wünschen des Helferkreises zu vereinen, soweit dies möglich ist.“

Unabhängig davon sind die Helfer vor Ort weiter auf der Suche nach Wohnraum. „Es ist schwierig“, so Gerda Rothhaupt, „auch wenn wir für diese neuen Mieter persönlich bürgen.“ „Das sind unsere neuen Mitbürger“, wirbt Beate Obersteiner.

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