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„Es gibt genügend Vorbilder, wie man mit so einem Grundstück umgehen sollte.“ Eberhard Elbs (63) im Schneetreiben auf der Streuobstwiese nördlich der Bahn. 

Naturschutz

In Kirchseeon gibt es Streit um eine Streuobstwiese

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Eberhard Elbs (63) aus Eglharting ist sauer, ziemlich sauer. Es geht um eine ökologische Streuobstwiese zwischen Neukirchen und Eglharting (Gemeinde Kirchseeon) nördlich der Bahnlinie.

Elbs ist dort seit vielen Jahren Pate eines Baumes. Für die gesamte Anlage sei die Gemeinde zuständig. Doch da würden erhebliche Fehler gemacht, meint er. 

So hält es der ehemalige Unternehmensberater in einer großen Firma für absolut falsch, dort mit schweren Traktoren zum Mähen auf die Wiesen zwischen den Bäumen zu fahren. Dadurch werde der Boden der Blumenwiese zu sehr verdichtet. Und Elbs, der auf einem Hof im Oberschwäbischen aufgewachsen ist, auf dem auch Obst angebaut wurde, meint, es gebe genügend Vorbilder, wie man mit so einem Grundstück umgehen sollte.

Bürgermeister Udo Ockel hatte bereits früher erklärt, die Gemeinde habe keine Unterlagen dazu. Man wolle sich jetzt mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) treffen, um genaue Pflegeanweisungen für die Zukunft zu besprechen.

Spurensuche: „Die Geschichte ist jetzt rund 20 Jahre her“, sagt die ehemalige Kirchseeoner Bürgermeisterin Urslusa Bittner. Es sei damals um Schrebergärten nördlich der Bahnunterführung gegangen, die weg sollten. „Wir haben mit dem Landratsamt verhandelt und eine Lösung gefunden.“ Die Gemeinde habe eine angrenzende Wiese erwerben können, um daraus eine Streuobstwiese zu machen. „Das war damals noch nicht so üblich wie heute.

Die Bauern haben damals ihre Streuobstwiesen abgeholzt“, so Bittner. Zusammen mit dem Bund Naturschutz seien Baumpaten gefunden worden, die sich um die Bäume kümmern sollten. „Es waren meist Familien mit Kindern.“ Es war quasi ein Deal mit dem Landratsamt, aber es sei nichts unter der Hand gemacht worden. „Wir waren froh und auch etwas stolz, dass wir so etwas geschafft haben. Es gab auch Baumschnittkurse auf der Wiese“, so Bittner.

„Die Streuobstwiese ist etwa 2800 Quadratmeter groß und steht im Eigentum des Marktes Kirchseeon“, heißt es aus dem Landratsamt. Sie sei eine „Ökokontofläche“ und im entsprechenden Kataster des Landesamts für Umwelt und „in unseren Naturschutzfachprogrammen hinterlegt“. Die Streuobstwiese könne für Eingriffe der Gemeinde in der Zukunft eingebracht werden. Etwa 700 Quadratmeter seien bereits abgebucht. Diese Fläche ist laut UNB „soweit in Ordnung“. Für die Bäume wurden laut Behörde vom Bund Naturschutz Paten gesucht, „die auch eine Urkunde bekommen, sich dann aber im Laufe der Jahre kaum oder nur vereinzelt um die Bäume gekümmert haben“.

Einige der Bäume sind eingegangen. Das bestätigt auch Elbs. Deswegen schlägt er vor, Bäume nachzupflanzen. Faktisch und juristisch, Pate hin oder her: Letztendlich sei immer der Grundeigentümer zuständig, dem der Bewuchs und auch das Obst gehört, so die Behörde. Es sei ja auch die Gemeinde, die irgendwann die Vorteile aus dem Öko-Konto ziehen möchte. Sie sei für eine ordnungsgemäße Pflege und Unterhaltung der Bäume und der Wiese verantwortlich. Und: „Es gibt ein Konzept der Gemeinde, das 2004 mit der UNB abgestimmt wurde und bei dessen Umsetzung die Anrechnung auf das Öko-Konto bestätigt wurde. Die Kommune müsse das Konzept auch durchzuhalten.

Bürgermeister Ockel hat ein Schreiben aus dem Jahr 2004. Darin stehe nur, dass die Gemeinde 42 Obstbäume sowie straßenseitig eine Wildhecke und nordseitig eine Beerenhecke gepflanzt habe. Das Grundstück solle nur zweimal im Jahr gemäht werden. Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln solle verzichtet werden. Das reicht dem Rathauschef nicht aus, um zu wissen, was genau auf der Fläche gemacht werden müsse oder dürfe. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Elbs ist weiter skeptisch, meint: „Kirchseeon ist in Sachen Ökologie Schlusslicht im Landkreis.“ Er will sich künftig intensiver um ökologische Themen im Ort kümmern.

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